Montag, 30. April 2012

Guter Style

1: Hochsauerlandkreis lädt 300 Schriftsteller zur Criminale ein.
2: Yepp!
1: Und die KOMMEN.
2: Guter Style fürn Gast.
1: ... 300 Leute an der Hotelbar?
2: Gesellig!
1: ... 300 Leute am Büffett?
2: Ist eben n'bissken Geduld gefragt ...
1: ... 300 Schriftsteller in der Stadt, die quasseln, lesen, Bars
leer saufen, Fußballspiele vergeigeln, quer durcheinander sonst was
machen ...
2: Was denn? Sex?
1: Sicher auch. Nö, ich meine das, was die so schönklingend 'fachlichen
Austausch' nennen.
2: Quasseln über Sex ...?
1: Wie bistn du heute drauf?
2: Kuckma Sassi an!
1: A-so!

=Schweigen=

1: Nö, ich meine, welche Stadt kann sowas verkraften?
2: Weiß ja keiner, wie es da am Montag nach dem Wochenende aussieht ...
1: Hast du auch wieder Recht. Hm. Aber worauf ich hinaus will ...
2: Yepp?
1: Die sind so blöd und laden wieder ein! Jedenfalls haben sie das
angekündigt.
2: Das ist nun wieder guter Style fürn Gastgeber.
Sassi: Habter gehört? Die Kollegen
Stühlchenhocker von der Schreibmaschine haben wieder ein Spiel
verkackt.
2: Kannste uns trotzdem nochn Kaffee bringen? Wäre guter Style.
1: Mir auch.
Sassi (geht): Gegen ne Damenmannschaft!
2: DAS nenne ich guten Style!

Donnerstag, 19. April 2012

Die Hausarbeit

Es folgt eine Information wie man ganz sicher keine verwertbare Information bekommen kann. Der Übersichtlichkeit halber und aufgrund der Austauschbarkeit von Arbeitsbereichen und Akteuren sind die Personen mit Nummern versehen:
1 gibt ein Anfrageformular heraus, das etwas diffus formuliert ist. Es heißt, man wisse es selbst nicht so genau, was am Ende in dem Formular stehen sollte.
2 hat nun die Aufgabe, die Anfrage zu bearbeiten, um dies aber (nahezu) zielgerecht tun zu können, braucht 2 die Hilfe von 3.
3 erhält die Anfrage, da 3 jedoch diesen Aufgabenbereich übernommen hat, als das Projekt zur Anfrage bereits Vergangenheit war und nur gegen Ende hin in ihre Gegenwart ragte, sagt 3 zu 2, sie könne nur einen Teil der Frage beantworten und müsse sich für den anderen Part an 4 wenden. So wendet sich 2 an 4.
4 gibt Auskunft, also, seinen Teil, der sich wiederum nicht mit der Information von 3 deckt, denkt 2. 2 denkt dann, offen lassen und hoffen, dass niemand so genau fragt.
5, jene Person, die am Ende alles unterzeichnen muss, fragt aber doch und bittet 2 die Sache zu klären. Diesmal, denkt sich 2, besser rüsten und 3 mit der Unstimmigkeit konfrontieren und um lückenlose Aufklärung, ehm, Klärung bitten. 3 wiederholt bereits das Gesagte und betont, man müsse 4 fragen. Schulterzuckend wird auch 4 von 2 nochmal gefragt und siehe da, die Antwort bekommt eine neue Wendung und passt nun gar nicht mehr in ein Feld des Formulars.
2 beschließt das vorgefertigte Feld im Formular frei zu lassen, stattdessen eine Fußnote zu setzen und dort das Ergebnis der Anfrage zu notieren. Sollen die, die es genau wissen wollen, doch noch mal nachfragen, falls es sie interessiert und das Feld nicht nur so ein *Pflichtangabenfeld war. Dann füllt 2 den Urlaubsantrag aus, was ganz einfach war, da es keine zu kleinen Felder auf dem Formular gab. Als nächstes schreibt sich 2 ins Aufgabenheft: Unbedingt die Spruchweisheit "Wer viel fragt, kriegt viele Antworten" - ändern/ergänzen in: "Wer ungenau fragt, kriegt ungenaue Antworten." Das Leben kann so einfach sein!
Sassi schlägt das Heft zu, fertig mit der Hausarbeit und ruft: Na, ihr zwei, Kaffee geschmeckt?