Sassi: In Zukunft werden Kriminalromane nur noch in Korea auf Serie geschrieben werden. Wie Kuckucksuhren aus Plastik.
2: Wieso, wie machen die Koreaner das denn heute?
1: Die kopieren nur. Reverse Engineering. Es hakeln noch mit Idiom deutsche, aber mache Figure schon gans rund soweit. Rosenheim-Cops kommen, glaube ich, aus Korea und die Autobahnpolizei.
2: Ich dachte, aus Bayern.
1: Ist dasselbe. Wie mit den Bioeiern aus Landshut, die in Tschechien nach Nigerianischem Biostandard produziert werden.
2: Namibia!
1: Wasn?
2: Hab mich gewundert, wieso praktisch jeder zweite Lehrer mittlerweile zu einem Auslandsaufenthalt auf Staatskosten in Namibia ist. Wie viele deutsche Botschafterkinder gibt es denn dort?
1: Je nachdem, welches Eherecht für den Botschafter gilt.
2: Sagen wir: 5.000 Deutschlehrer, die wir dort finanzieren. Macht 100.000 Kinder, die in einigen Jahren Ghostwriten werden. Das können nicht alles Koreaner sein.
1: Hast Recht. Irgendwas stimmt da nicht.
2: Vielleicht wird Tatort und Co. ja doch nicht in Korea geschrieben.
1: Türkei. Istanbul. Ist ja praktisch noch Europa.
2: Und Brunetti?
1: Von dieser Amitrulla.
2: Ja, aber wer schreibt denn dann die Landhutkrimis mit den gefälschten Eiern aus Tschechien?
1: Der Koreaner.
Sassi: Sag ich doch!
... im Bad sind es die Herren, in der Muppetsshow die Griesgrame vom Balkon, im Café haben wir das Sagen.
Sonntag, 23. Dezember 2012
Dienstag, 18. Dezember 2012
Styleshit
Mittels des Pseudoelements :after, das auf die Eigenschaft clear
anwendbar ist, und der Eigenschaft content wird dem Bereich, der die
gefloateten Elementen enthält, ein >>Punkt<< zugeführt und mit
clear:both eine neue Zeile nach dem Punkt erzeugt. Da dieser Punkt am
Ende des entsprechenden Elements aber nur eingefügt wird, um Fehler bei
der Umsetzung der Clearing-Eigenschaft zu vermeiden, blenden wir diesen
Punkt mit einer auf null gesetzten Höhe und der Eigenschaft visibility
in Kombination mit dem Wert hidden wieder aus, zumindest für die
Anwender einige Browser. [ohne Worte]
anwendbar ist, und der Eigenschaft content wird dem Bereich, der die
gefloateten Elementen enthält, ein >>Punkt<< zugeführt und mit
clear:both eine neue Zeile nach dem Punkt erzeugt. Da dieser Punkt am
Ende des entsprechenden Elements aber nur eingefügt wird, um Fehler bei
der Umsetzung der Clearing-Eigenschaft zu vermeiden, blenden wir diesen
Punkt mit einer auf null gesetzten Höhe und der Eigenschaft visibility
in Kombination mit dem Wert hidden wieder aus, zumindest für die
Anwender einige Browser. [ohne Worte]
Mittwoch, 5. Dezember 2012
Herr Doktor ...
1: Patient zum Doktor: Ich fühle mich irgendwie irreal. Niemand hört mir
zu, wenn ich was ...
Doktor: Reden Sie weiter, ich gehe mir nur schnell einen Kaffee
holen!
2: --
1: Also, ich finde das nicht witzig. Das passiert mir dauernd.
2: Was? Hast du was gesagt? Ich gehe hier gerade die Singlebörse durch.
1: Ich hab nur laut über einen Witz nachgedacht.
2: Was? Über einen Witz gelacht? Ich finde die Zeitungswitze nicht
witzig.
1: Ich auch nicht. Das ist es ja.
2: Warum lachst du dann?
1: Das weiß ich auch nicht.
2: Bist du heute depri, oder was?
1: Emo, das nennt sich: emo.
2: Die Singlebörse, die ist witzig. Hier, ich les' dir was vor:
Kommunikativ, wie ich bin, gehe ich gern in die Disko. DAS ist lustig.
1: Schräg.
2: Hm?
1: Das ist schräg, nicht lustig. Das ist traurig. Bitter.
Sassi: Stimmt was mit dem Kaffee nicht?
1: Wieso?
Sassi: Hab was von bitter gehört.
2: Der ist heute depri.
Sassi: Achso.
zu, wenn ich was ...
Doktor: Reden Sie weiter, ich gehe mir nur schnell einen Kaffee
holen!
2: --
1: Also, ich finde das nicht witzig. Das passiert mir dauernd.
2: Was? Hast du was gesagt? Ich gehe hier gerade die Singlebörse durch.
1: Ich hab nur laut über einen Witz nachgedacht.
2: Was? Über einen Witz gelacht? Ich finde die Zeitungswitze nicht
witzig.
1: Ich auch nicht. Das ist es ja.
2: Warum lachst du dann?
1: Das weiß ich auch nicht.
2: Bist du heute depri, oder was?
1: Emo, das nennt sich: emo.
2: Die Singlebörse, die ist witzig. Hier, ich les' dir was vor:
Kommunikativ, wie ich bin, gehe ich gern in die Disko. DAS ist lustig.
1: Schräg.
2: Hm?
1: Das ist schräg, nicht lustig. Das ist traurig. Bitter.
Sassi: Stimmt was mit dem Kaffee nicht?
1: Wieso?
Sassi: Hab was von bitter gehört.
2: Der ist heute depri.
Sassi: Achso.
Freitag, 12. Oktober 2012
Irgendwie positiv
Sassi zieht einer Banane das Fell ab. Da hat doch tatsächlich einer Bananenmilch bestellt. Während sie ihren Händen beim Arbeiten zusieht, fällt ihr der Typ wieder ein. Im Grunde eine ganz arme Socke, würde man sagen, man weiß ja nicht, wie es in ihm drin aussieht. Eigentlich, wäre der Unfall nicht gewesen, als er fünf Jahre alt war, dann hätte aus ihm ein sogenannter Normaler werden können. Bisher hat sie in nur mit seiner Bierflasche und Hinkegang am Laden vorbei gehen sehen. Gestern jedoch sah sie ihn am Waldrand auf einer Bank sitzen, an einem Weg den Schüler häufig benutzen. Sie wunderte sich noch, warum es ihm so warm schien, denn aus der Ferne dachte sie, er habe wie gewohnt, seine kurze Hose an. Es war eine lange Hose, wie sich beim Näherkommen rausstellte, nur die hing ihm um die Knöchel. Versunken und völlig mit sich selbst beschäftigt, eine Hand am Telefon am Ohr, eine anderere - gut, dass sie ihre Brille nicht aufhatte ... Sassi wirft die Schale in den Kompostmüll und zerhackt die Banane, bevor sie sie in den Shaker gibt. Fast zuhause angekommen, traf sie einen früheren Kumpel, der hatte ihr mal erzählt, er sei jetzt der Betreuer von arme Socke. Sassi berichtete kurz von der im Grunde positiv betrachtet lebensbejahenden Aktivität des Typs. Ein bisschen sorge in der Stimme, denn, es ist der Schulweg. Kumpel schnauft hörbar durch, eine Falte bildet sich über der Nasenwurzel, ein Mundwinkel verzieht sich - eigentlich genau in der Form, wie die Banane von eben - und er sagt mit ein wenig Wut: Ha, ey, der regt mich auf, denn mir sagt er immer, er können nicht mehr telefonieren.
Sassi bringt die Bananenmilch an den Tisch des Gastes, den sie hier noch nie gesehen hat und er sagt: Jeden Morgen, gehe ich hier vorbei und wollte immer schon mal reinkommen - jetzt sind ja Herbstferien und meine Frau ... naja, das interessiert Sie sicher nicht -
Sassi bringt die Bananenmilch an den Tisch des Gastes, den sie hier noch nie gesehen hat und er sagt: Jeden Morgen, gehe ich hier vorbei und wollte immer schon mal reinkommen - jetzt sind ja Herbstferien und meine Frau ... naja, das interessiert Sie sicher nicht -
Donnerstag, 2. August 2012
Versorgungsalptraum
... Der Kerl kommt also auf einem Bauernhof an. Freundliche Leute da.
Der Bauer ganz hilfsbereit erklärt ihm, er wäre auch schon unterwegs
gewesen, damals als Tagelöhner, er kennt das, ist eine harte Zeit, aber
genauso schön auch. Man trifft Menschen, lernt was dazu, sieht was
anderes, kommt mal raus … und wie sie da stehen und sich unterhalten,
schlägt der Bauer ihm vor, ein paar Tage auf dem Hof zu bleiben, Arbeit
gäb es genug, ein Bett und drei Mahlzeiten am Tag, das wäre zwar nicht
viel, aber immerhin, alles vom feinsten, morgens frischer Kaffee,
gekochte Eier, Speck, mittags deftige Brotzeit mit Käse und Fleisch,
abends was vom Grill und ein warmes Bett für die Nacht, Dusche und so
weiter, Wäsche könne er auch waschen, er würde gar nicht mehr weg
wollen, wenn er mal eine Zeit am Hof gewesen sei. Also sagt der Mann zu
und fängt an, den Holzstoß zu bearbeiten, der da liegt. Arbeit für eine
Woche. Am Abend hängt ihm der Magen in den Knien und er kommt
verschwitzt aus dem Holzschober, freut sich auf ein Steak mit Salat und
ne Kanne Bier dazu, aber es geht aus küchentechnischen Gründen nicht.
Man hat ja nicht mit einem zusätzlichen Gast gerechnet gehabt, muss erst
einkaufen, deshalb fällt das Abendessen flach, aber er kann sich sicher
sein, dass die Vereinbarung eingehalten wird, klar. Auch das mit dem
Bett geht natürlich nicht sofort, er kann ja erst mal in der Scheune
übernachten, sobald alles gerichtet ist, kriegt er dann die versprochene
Unterkunft. Also gut. Ein Abend, eine Nacht, ein Morgen. Frühstück ist
noch nicht klar, da gibt es noch eine Unstimmigkeit in den Absprachen
mit Arbeitgeber und Versorgungsstelle, sprich Hausfrau, man weiß auch
nicht, wie das ganze jetzt rein buchungstechnisch zu regeln sei, aber
darum wird sich die Hausfrau kümmern. Erst mal ran ans Werk! Also
arbeitet der Mann den zweiten Tag in Holz, Hof und Garten und verzichtet
auch auf das Mittagessen, nur ganz ohne geht es eben nicht, darum macht
er sich mittags zur Tafel auf, um dort wenigstens den Magen mal fürs
Erste voll zu kriegen, zumindest die größten Versorgungslücken zu
stopfen. Doch an den Tafeln erklärt man ihm, man könne ihm nichts geben,
denn es sei gemeldet worden, er habe jetzt eine feste Arbeit und bekäme
Essen und Unterkunft, also ist er rein objektiv gesehen beschäftigt in
einer Art von festem Arbeitsverhältnis und somit nicht bezugsberechtigt.
Er geht also zurück und arbeitet den Nachmittag noch einmal mit leerem
Magen, schläft in der Scheune und beginnt, sich Gedanken zu machen. Was
dazu führt, dass er am nächsten Morgen doch auf auf seinen Anspruch zum
nächsten Frühstück hinweist. Das soll er haben, nur eben geht das nicht
sofort, auf so einem Hof, da ist eine gewisse Vorlaufzeit normal, man
wolle mal sehen, was sich zum Abend hin machen ließe. Der Tag verläuft
etwas holprig, denn jetzt schlägt der Hunger durch, und als das
Abendessen ausfallen muss, weil die Einstufung immer noch nicht geklärt
werden konnte – man wird ihn für den einen Abend als Säugling verbuchen,
was eine Schale mit Kinderbrei bedeutet – ist der Kerl allmählich
bedient. Er unterhält sich wieder mit dem Bauern, und der stellt in
Aussicht, die geleistete Arbeit spätestens in diesem, jedoch ganz sicher
im nächsten Quartal auszuzahlen, heißt: er kann dann jederzeit kommen
und sein Abendessen einnehmen, ohne vorher arbeiten zu müssen, die
Arbeit sei ja schon geleistet. Drei Monate später erhält der Mann eine
Nachricht, sein Kinderbrei sei für geleistete drei Tage Arbeit
küchenfertig, er könne ihn jetzt abholen kommen. Der Mann will
verzichten, aber das geht rein küchentechnisch nicht, denn a) sei er
jetzt schon haushaltstechnisch eingeplant und b) müsse von den Erträgen
je etwa ein Viertel entsprechend der angegebenen Abgabestufe an die
Tafeln weiter gereicht werden. Er habe dafür Sorge zu tragen, dass die
Nahrungsmittel entsprechend abgeführt würden und das ohne Verzug. Das
ganze sei jedoch nur Fabel und obendrein geträumt. Man wacht schweißnass
im Bett auf und denkt sich …
Sassi: Noch ein Kaffee?
Nummer 1: Danke, ich hab schon!
2: Träumst du?
1: Ich muss eingenickt sein. Die Steuererklärung …
2: Achso.
Der Bauer ganz hilfsbereit erklärt ihm, er wäre auch schon unterwegs
gewesen, damals als Tagelöhner, er kennt das, ist eine harte Zeit, aber
genauso schön auch. Man trifft Menschen, lernt was dazu, sieht was
anderes, kommt mal raus … und wie sie da stehen und sich unterhalten,
schlägt der Bauer ihm vor, ein paar Tage auf dem Hof zu bleiben, Arbeit
gäb es genug, ein Bett und drei Mahlzeiten am Tag, das wäre zwar nicht
viel, aber immerhin, alles vom feinsten, morgens frischer Kaffee,
gekochte Eier, Speck, mittags deftige Brotzeit mit Käse und Fleisch,
abends was vom Grill und ein warmes Bett für die Nacht, Dusche und so
weiter, Wäsche könne er auch waschen, er würde gar nicht mehr weg
wollen, wenn er mal eine Zeit am Hof gewesen sei. Also sagt der Mann zu
und fängt an, den Holzstoß zu bearbeiten, der da liegt. Arbeit für eine
Woche. Am Abend hängt ihm der Magen in den Knien und er kommt
verschwitzt aus dem Holzschober, freut sich auf ein Steak mit Salat und
ne Kanne Bier dazu, aber es geht aus küchentechnischen Gründen nicht.
Man hat ja nicht mit einem zusätzlichen Gast gerechnet gehabt, muss erst
einkaufen, deshalb fällt das Abendessen flach, aber er kann sich sicher
sein, dass die Vereinbarung eingehalten wird, klar. Auch das mit dem
Bett geht natürlich nicht sofort, er kann ja erst mal in der Scheune
übernachten, sobald alles gerichtet ist, kriegt er dann die versprochene
Unterkunft. Also gut. Ein Abend, eine Nacht, ein Morgen. Frühstück ist
noch nicht klar, da gibt es noch eine Unstimmigkeit in den Absprachen
mit Arbeitgeber und Versorgungsstelle, sprich Hausfrau, man weiß auch
nicht, wie das ganze jetzt rein buchungstechnisch zu regeln sei, aber
darum wird sich die Hausfrau kümmern. Erst mal ran ans Werk! Also
arbeitet der Mann den zweiten Tag in Holz, Hof und Garten und verzichtet
auch auf das Mittagessen, nur ganz ohne geht es eben nicht, darum macht
er sich mittags zur Tafel auf, um dort wenigstens den Magen mal fürs
Erste voll zu kriegen, zumindest die größten Versorgungslücken zu
stopfen. Doch an den Tafeln erklärt man ihm, man könne ihm nichts geben,
denn es sei gemeldet worden, er habe jetzt eine feste Arbeit und bekäme
Essen und Unterkunft, also ist er rein objektiv gesehen beschäftigt in
einer Art von festem Arbeitsverhältnis und somit nicht bezugsberechtigt.
Er geht also zurück und arbeitet den Nachmittag noch einmal mit leerem
Magen, schläft in der Scheune und beginnt, sich Gedanken zu machen. Was
dazu führt, dass er am nächsten Morgen doch auf auf seinen Anspruch zum
nächsten Frühstück hinweist. Das soll er haben, nur eben geht das nicht
sofort, auf so einem Hof, da ist eine gewisse Vorlaufzeit normal, man
wolle mal sehen, was sich zum Abend hin machen ließe. Der Tag verläuft
etwas holprig, denn jetzt schlägt der Hunger durch, und als das
Abendessen ausfallen muss, weil die Einstufung immer noch nicht geklärt
werden konnte – man wird ihn für den einen Abend als Säugling verbuchen,
was eine Schale mit Kinderbrei bedeutet – ist der Kerl allmählich
bedient. Er unterhält sich wieder mit dem Bauern, und der stellt in
Aussicht, die geleistete Arbeit spätestens in diesem, jedoch ganz sicher
im nächsten Quartal auszuzahlen, heißt: er kann dann jederzeit kommen
und sein Abendessen einnehmen, ohne vorher arbeiten zu müssen, die
Arbeit sei ja schon geleistet. Drei Monate später erhält der Mann eine
Nachricht, sein Kinderbrei sei für geleistete drei Tage Arbeit
küchenfertig, er könne ihn jetzt abholen kommen. Der Mann will
verzichten, aber das geht rein küchentechnisch nicht, denn a) sei er
jetzt schon haushaltstechnisch eingeplant und b) müsse von den Erträgen
je etwa ein Viertel entsprechend der angegebenen Abgabestufe an die
Tafeln weiter gereicht werden. Er habe dafür Sorge zu tragen, dass die
Nahrungsmittel entsprechend abgeführt würden und das ohne Verzug. Das
ganze sei jedoch nur Fabel und obendrein geträumt. Man wacht schweißnass
im Bett auf und denkt sich …
Sassi: Noch ein Kaffee?
Nummer 1: Danke, ich hab schon!
2: Träumst du?
1: Ich muss eingenickt sein. Die Steuererklärung …
2: Achso.
Dienstag, 12. Juni 2012
Neulich
... da sitzen zwei, sehen aus wie Sozialarbeiter. Beide ne Latte und eine nen Laptop. Sie sitzen sich
gegenüber. Beides Frauen. Die ohne Laptop, gerade auf der Esoterikwelle, blättert versonnen in einem Büchlein: ZEN - Minuten der Stille.
"Hömma", sacht sie zur Kollegin, die sich trotz wohler Temperatur im Café die Hände an der Latte zu erwärmen scheint, den Blick von einem Formular
losreißt, dass ihr in regelmäßigen Abständen den Computer abstürzen lässt.
"Ebenso, wie der Sturm das Wasser aufpeitscht und trübt, so
versetzen unsere Leidenschaften die Seele in Unruhe und hindern uns am
Verständnis dieses Lebens - von Leo N. Tolstoi."
Die Angesprochene denkt kurz nach.
"Echt jetzt? - mit allem hätt ich jerechnet, aber net dammit,
dat die et in der Bundesagentur beim Ausschreibungstextformularentwickeln mit
der Leidenschaft zu tun kriejen ... mein Verständnis vom Leben is heute tief
erschüttert", spricht es und drückt mit Ausdauer auf die
Escape-Taste. "Noch ne Latte bitte!"
Sassi, in Erwartung der Bestellung legt nur noch ein Löffelchen auf die Untertasse und denkt an den Fragebogen des Rentenzeitennachweisbescheides mit Mitwirkungspflicht und serviert mit einem besonders verständnisvollem Blick.
Freitag, 18. Mai 2012
Rätsel
Beruferaten:
1) Lässt sich bis zum Muttermund gucken, aber nicht in die Geldbörse.
Sassi ist wütend. Neulich, also, nicht neulich, sondern 2009 - sie kann sich gar nicht mehr erinnern, so adhoc, was in dem Jahr gewesen ist, jedenfalls kam da ein kryptischer Brief letzte Woche, man habe eine Mitteilung. Und man möge Auskunft geben. Herrgott, worüber denn? Einkünfte. Aha. 2009. Als wenn ich das noch alles wüsste, ob der Mann ihr nicht sagen könne, was das für eine Mitteilung sei, dann könnte sie gezielter suchen. Nein. 2009 vier Einnahmen zusätzlich, drei Hochzeiten und ein Todesfall. Catering von edler Sorte, Häppchen, Eisskulptur, Torte statt Streuselkuchen. Die mit der Eisskulptur, die hatte sie vergessen. Nach hinundher hatte der Mann es gesagt, dass ihm von der Firma eine Mitteilung über ein Einkommen vorläge. 500,- hat sie nicht angegeben, aber auch das Material nicht abgesetzt. Fuck. Ob sie mit einer Nachbesteuerung einverstanden wäre, bei gleicher Ausgabenlage. DoppelFuck, klar .. sie muss an ihrer Buchhaltung arbeiten oder an ihrem Auswanderungskonzept.
2) Sorgt dafür, dass sich ihre Umgebung veredelt füllen kann, geht selbst meist leer aus.
Ordnen Sie zu 1./2.: a) Pornostar, b) Kaffeebedienung
1) Lässt sich bis zum Muttermund gucken, aber nicht in die Geldbörse.
Sassi ist wütend. Neulich, also, nicht neulich, sondern 2009 - sie kann sich gar nicht mehr erinnern, so adhoc, was in dem Jahr gewesen ist, jedenfalls kam da ein kryptischer Brief letzte Woche, man habe eine Mitteilung. Und man möge Auskunft geben. Herrgott, worüber denn? Einkünfte. Aha. 2009. Als wenn ich das noch alles wüsste, ob der Mann ihr nicht sagen könne, was das für eine Mitteilung sei, dann könnte sie gezielter suchen. Nein. 2009 vier Einnahmen zusätzlich, drei Hochzeiten und ein Todesfall. Catering von edler Sorte, Häppchen, Eisskulptur, Torte statt Streuselkuchen. Die mit der Eisskulptur, die hatte sie vergessen. Nach hinundher hatte der Mann es gesagt, dass ihm von der Firma eine Mitteilung über ein Einkommen vorläge. 500,- hat sie nicht angegeben, aber auch das Material nicht abgesetzt. Fuck. Ob sie mit einer Nachbesteuerung einverstanden wäre, bei gleicher Ausgabenlage. DoppelFuck, klar .. sie muss an ihrer Buchhaltung arbeiten oder an ihrem Auswanderungskonzept.
2) Sorgt dafür, dass sich ihre Umgebung veredelt füllen kann, geht selbst meist leer aus.
Ordnen Sie zu 1./2.: a) Pornostar, b) Kaffeebedienung
Donnerstag, 17. Mai 2012
... oder mit Wasser Hämorrhoiden bekämpfen
1: Hast du die Würmer draußen gesehen?
2: Alles voll davon. Ekliges Zeuchs. Bleich und fett, bewegt sich nicht.
Was ist das?
1: Rat ma! Hab ich auch schon untersucht.
2: Nö ...
1: Salzstangen.
2: Hemm?
1: Salzstangen! Das hat die Nacht geregnet. Sind gestern wohl runter
gefallen. Die schwemmen auf. Sieht ziemlich unappetitlich aus.
2: Ne, echt jetzt, das sind Salzstangen? Ich esse nie wieder welche.
1: Schon mal eine nasse Zigarre gesehen?
2: Hör auf!
1: Gummibärchen? Nasse Sachen sind eben mit wenigen Ausnahmen unappe...
Sassi: He, ihr beiden, könnt ihr euch mal nützlich machen?
2 guckt 1 an: WIR?
Sassi: Draußen sind so hässliche Würmer. Alles voll davon. Ich kann die
nicht wegmachen.
1: Kein Problem. Schick Rainers Köter hin! Der frisst das.
Sassi: Bäh!
2: Da ist doch Salz dran!
Sassi: Bähäh! (geht)
2: Kriegt der Hunt davon nicht Hämorrhoiden?
1 zu Sassi: Ach, gib mir mal nen Eimer Wasser!
2: Übrigens isst man keine Zigarren!
zu Sassi: Und mir ne Zigarre! Möglichst trocken ...
2: Alles voll davon. Ekliges Zeuchs. Bleich und fett, bewegt sich nicht.
Was ist das?
1: Rat ma! Hab ich auch schon untersucht.
2: Nö ...
1: Salzstangen.
2: Hemm?
1: Salzstangen! Das hat die Nacht geregnet. Sind gestern wohl runter
gefallen. Die schwemmen auf. Sieht ziemlich unappetitlich aus.
2: Ne, echt jetzt, das sind Salzstangen? Ich esse nie wieder welche.
1: Schon mal eine nasse Zigarre gesehen?
2: Hör auf!
1: Gummibärchen? Nasse Sachen sind eben mit wenigen Ausnahmen unappe...
Sassi: He, ihr beiden, könnt ihr euch mal nützlich machen?
2 guckt 1 an: WIR?
Sassi: Draußen sind so hässliche Würmer. Alles voll davon. Ich kann die
nicht wegmachen.
1: Kein Problem. Schick Rainers Köter hin! Der frisst das.
Sassi: Bäh!
2: Da ist doch Salz dran!
Sassi: Bähäh! (geht)
2: Kriegt der Hunt davon nicht Hämorrhoiden?
1 zu Sassi: Ach, gib mir mal nen Eimer Wasser!
2: Übrigens isst man keine Zigarren!
zu Sassi: Und mir ne Zigarre! Möglichst trocken ...
Montag, 14. Mai 2012
Gustave Flaubert
An einem Bahnsteig in Frankreich. Ein Zug fährt ein.
1: Das ist der Gustave Flaubert von 11:37.
2 zu 3: Welcher Zug ist das?
3: Ich muss mal nachsehen.
1: Das ist der Gustave Flaubert von 11:37.
3 vom Fahrplan aus: Haben wir jetzt 11:30 Uhr?
2: Das könnte der 11:35 sein. Flaubert, oder so.
1 (zu sich selbst): 11:37, Gustave Flaubert.
2 (zu 3): Flaubert! Wie heißt der noch mit Vornamen?
3: Gustave! Haha! 11:37!
3 kommt vom Plan zurück.
2: Gustave Flaubert ...
3: 11:37.
zu 1: Das ist der Gustave Flaubert, 11:37.
1: Aha.
1: Das ist der Gustave Flaubert von 11:37.
2 zu 3: Welcher Zug ist das?
3: Ich muss mal nachsehen.
1: Das ist der Gustave Flaubert von 11:37.
3 vom Fahrplan aus: Haben wir jetzt 11:30 Uhr?
2: Das könnte der 11:35 sein. Flaubert, oder so.
1 (zu sich selbst): 11:37, Gustave Flaubert.
2 (zu 3): Flaubert! Wie heißt der noch mit Vornamen?
3: Gustave! Haha! 11:37!
3 kommt vom Plan zurück.
2: Gustave Flaubert ...
3: 11:37.
zu 1: Das ist der Gustave Flaubert, 11:37.
1: Aha.
Montag, 30. April 2012
Guter Style
1: Hochsauerlandkreis lädt 300 Schriftsteller zur Criminale ein.
2: Yepp!
1: Und die KOMMEN.
2: Guter Style fürn Gast.
1: ... 300 Leute an der Hotelbar?
2: Gesellig!
1: ... 300 Leute am Büffett?
2: Ist eben n'bissken Geduld gefragt ...
1: ... 300 Schriftsteller in der Stadt, die quasseln, lesen, Bars
leer saufen, Fußballspiele vergeigeln, quer durcheinander sonst was
machen ...
2: Was denn? Sex?
1: Sicher auch. Nö, ich meine das, was die so schönklingend 'fachlichen
Austausch' nennen.
2: Quasseln über Sex ...?
1: Wie bistn du heute drauf?
2: Kuckma Sassi an!
1: A-so!
=Schweigen=
1: Nö, ich meine, welche Stadt kann sowas verkraften?
2: Weiß ja keiner, wie es da am Montag nach dem Wochenende aussieht ...
1: Hast du auch wieder Recht. Hm. Aber worauf ich hinaus will ...
2: Yepp?
1: Die sind so blöd und laden wieder ein! Jedenfalls haben sie das
angekündigt.
2: Das ist nun wieder guter Style fürn Gastgeber.
Sassi: Habter gehört? Die Kollegen
Stühlchenhocker von der Schreibmaschine haben wieder ein Spiel
verkackt.
2: Kannste uns trotzdem nochn Kaffee bringen? Wäre guter Style.
1: Mir auch.
Sassi (geht): Gegen ne Damenmannschaft!
2: DAS nenne ich guten Style!
2: Yepp!
1: Und die KOMMEN.
2: Guter Style fürn Gast.
1: ... 300 Leute an der Hotelbar?
2: Gesellig!
1: ... 300 Leute am Büffett?
2: Ist eben n'bissken Geduld gefragt ...
1: ... 300 Schriftsteller in der Stadt, die quasseln, lesen, Bars
leer saufen, Fußballspiele vergeigeln, quer durcheinander sonst was
machen ...
2: Was denn? Sex?
1: Sicher auch. Nö, ich meine das, was die so schönklingend 'fachlichen
Austausch' nennen.
2: Quasseln über Sex ...?
1: Wie bistn du heute drauf?
2: Kuckma Sassi an!
1: A-so!
=Schweigen=
1: Nö, ich meine, welche Stadt kann sowas verkraften?
2: Weiß ja keiner, wie es da am Montag nach dem Wochenende aussieht ...
1: Hast du auch wieder Recht. Hm. Aber worauf ich hinaus will ...
2: Yepp?
1: Die sind so blöd und laden wieder ein! Jedenfalls haben sie das
angekündigt.
2: Das ist nun wieder guter Style fürn Gastgeber.
Sassi: Habter gehört? Die Kollegen
Stühlchenhocker von der Schreibmaschine haben wieder ein Spiel
verkackt.
2: Kannste uns trotzdem nochn Kaffee bringen? Wäre guter Style.
1: Mir auch.
Sassi (geht): Gegen ne Damenmannschaft!
2: DAS nenne ich guten Style!
Donnerstag, 19. April 2012
Die Hausarbeit
Es folgt eine Information wie man ganz sicher keine verwertbare Information bekommen kann. Der Übersichtlichkeit halber und aufgrund der Austauschbarkeit von Arbeitsbereichen und Akteuren sind die Personen mit Nummern versehen:
1 gibt ein Anfrageformular heraus, das etwas diffus formuliert ist. Es heißt, man wisse es selbst nicht so genau, was am Ende in dem Formular stehen sollte.
2 hat nun die Aufgabe, die Anfrage zu bearbeiten, um dies aber (nahezu) zielgerecht tun zu können, braucht 2 die Hilfe von 3.
3 erhält die Anfrage, da 3 jedoch diesen Aufgabenbereich übernommen hat, als das Projekt zur Anfrage bereits Vergangenheit war und nur gegen Ende hin in ihre Gegenwart ragte, sagt 3 zu 2, sie könne nur einen Teil der Frage beantworten und müsse sich für den anderen Part an 4 wenden. So wendet sich 2 an 4.
4 gibt Auskunft, also, seinen Teil, der sich wiederum nicht mit der Information von 3 deckt, denkt 2. 2 denkt dann, offen lassen und hoffen, dass niemand so genau fragt.
5, jene Person, die am Ende alles unterzeichnen muss, fragt aber doch und bittet 2 die Sache zu klären. Diesmal, denkt sich 2, besser rüsten und 3 mit der Unstimmigkeit konfrontieren und um lückenlose Aufklärung, ehm, Klärung bitten. 3 wiederholt bereits das Gesagte und betont, man müsse 4 fragen. Schulterzuckend wird auch 4 von 2 nochmal gefragt und siehe da, die Antwort bekommt eine neue Wendung und passt nun gar nicht mehr in ein Feld des Formulars.
2 beschließt das vorgefertigte Feld im Formular frei zu lassen, stattdessen eine Fußnote zu setzen und dort das Ergebnis der Anfrage zu notieren. Sollen die, die es genau wissen wollen, doch noch mal nachfragen, falls es sie interessiert und das Feld nicht nur so ein *Pflichtangabenfeld war. Dann füllt 2 den Urlaubsantrag aus, was ganz einfach war, da es keine zu kleinen Felder auf dem Formular gab. Als nächstes schreibt sich 2 ins Aufgabenheft: Unbedingt die Spruchweisheit "Wer viel fragt, kriegt viele Antworten" - ändern/ergänzen in: "Wer ungenau fragt, kriegt ungenaue Antworten." Das Leben kann so einfach sein!
Sassi schlägt das Heft zu, fertig mit der Hausarbeit und ruft: Na, ihr zwei, Kaffee geschmeckt?
Samstag, 24. März 2012
Qualitätsmanagement
2 kehrt mit Milchkaffee und Espresso Macchiato an den Tisch zurück.
1: Na, das nenne ich eine sorgfältige Zubereitung!
2: Meinsten damit?
1: Siebenunddreißig Minuten vom Start bis zur Auslieferung. Hab
mitgestoppt.
2: Die Sache will durchdacht sein.
1: Wasn daran zu durchdenken?
2: Also, ich mach den Espresso in den Siebträger für den Milchkaffee ...
muss man vorher an die Milch denken, weil wenn man sie hinterher
aufschäumt, wird der Espresso zwischenzeitlich kalt. Also ERST Milch
aufschäumen. Überlege ich beim Aufschäumen, dass wenn der Espresso für
den Milchkaffee rauskommt, die Tasse für den Espresso noch kalt ist.
1: He?
2: Ich wollte ja parallel nen Espresso machen.
1: Espresso Macchiato, ja.
2: Der Macchiato kommt erschwerend hinzu.
1: Rumdasdenn?
2: Weil wenn ich die Espressotasse erwärme, bevor ich die Milch für den
Grand Creme aufschäume, werden beide Tassen kalt, bevor der Espresso in
die Tassen kommt. Dann war alles umsonst.
1: Also?
2: ... also erst aufschäumen, dann erwärmen, dann aufbrühen.
1: Ist wohl ne Frage der Reihenfolge.
2: Struktur in die Arbeitsprozesse bringen.
1: Apsolut.
2: Na, ich schäume also die Milch gleich in der Tasse für den Grand
Creme auf, um Abwasch zu vermeiden, da geht mir auf, dass ein Teil vom
Milchschaum in die Espressotasse muss, bevor ich den Espresso ziehe, und
schon hab ich den Salat.
1: Warum?
2: Weil ich die kleine Tasse nicht mehr erwärmen kann, wenn Milchschaum
drin ist.
1: Welche jetzt?
2: Die für den Espresso.
1: Warum hast du die nicht VORHER erwärmt, und dann erst den Milchschaum
hinein gemacht?
2: Weil, ich wollte doch den Schnorchel von der Schaumdüse erst säubern.
Man hält den am besten in klares Wasser.
1: Macht die Sassi das auch so?
2: Nehme ich an. Ist jedenfalls optimiert. Das Verfahren.
1: Das sehe ich.
2: Jo, also, wenn man die Düse in der Espressotasse reinigt, erwärmt
sich dabei die Tasse, man kann den Milchschaumübertrag machen, die
beiden halben Portionen mit Espresso auffüllen, alles ist sauber, heiß
und gleichzeitig parat.
1: ... und du sparst Abwasch ...
2: Richtig!
1: Optimierte Verfahrensabläufe.
2: Sag ich doch.
1: Und die Sassi?
2: ... hat mich gebeten, das mal eben selber zu machen, weil sie an
ihrem Qualitätsmanagementhandbuch schreibt.
1: QM-Handbuch! Na, da habt ihr euch ja schön ergänzt. Praxis und
Theorie unter einem Dach.
2: Höre ich da eine feine Ironie aus deinen Worten?
1 (zögert): Dein optimierter Milchkaffee schmeckt Scheiße!
2 (probiert): Mein Macchiato auch.
1: In der Praxis. Die Theorie ist einwandfrei. Gebe ich zu.
2: Danke!
1: Siebenunddreißig Minuten, mein Arsch!
2: Das ist der eigentliche Kern der Sache, denke ich.
1: Welcher Sache?
2: Qualitätsmanagement.
1: Achso
1: Na, das nenne ich eine sorgfältige Zubereitung!
2: Meinsten damit?
1: Siebenunddreißig Minuten vom Start bis zur Auslieferung. Hab
mitgestoppt.
2: Die Sache will durchdacht sein.
1: Wasn daran zu durchdenken?
2: Also, ich mach den Espresso in den Siebträger für den Milchkaffee ...
muss man vorher an die Milch denken, weil wenn man sie hinterher
aufschäumt, wird der Espresso zwischenzeitlich kalt. Also ERST Milch
aufschäumen. Überlege ich beim Aufschäumen, dass wenn der Espresso für
den Milchkaffee rauskommt, die Tasse für den Espresso noch kalt ist.
1: He?
2: Ich wollte ja parallel nen Espresso machen.
1: Espresso Macchiato, ja.
2: Der Macchiato kommt erschwerend hinzu.
1: Rumdasdenn?
2: Weil wenn ich die Espressotasse erwärme, bevor ich die Milch für den
Grand Creme aufschäume, werden beide Tassen kalt, bevor der Espresso in
die Tassen kommt. Dann war alles umsonst.
1: Also?
2: ... also erst aufschäumen, dann erwärmen, dann aufbrühen.
1: Ist wohl ne Frage der Reihenfolge.
2: Struktur in die Arbeitsprozesse bringen.
1: Apsolut.
2: Na, ich schäume also die Milch gleich in der Tasse für den Grand
Creme auf, um Abwasch zu vermeiden, da geht mir auf, dass ein Teil vom
Milchschaum in die Espressotasse muss, bevor ich den Espresso ziehe, und
schon hab ich den Salat.
1: Warum?
2: Weil ich die kleine Tasse nicht mehr erwärmen kann, wenn Milchschaum
drin ist.
1: Welche jetzt?
2: Die für den Espresso.
1: Warum hast du die nicht VORHER erwärmt, und dann erst den Milchschaum
hinein gemacht?
2: Weil, ich wollte doch den Schnorchel von der Schaumdüse erst säubern.
Man hält den am besten in klares Wasser.
1: Macht die Sassi das auch so?
2: Nehme ich an. Ist jedenfalls optimiert. Das Verfahren.
1: Das sehe ich.
2: Jo, also, wenn man die Düse in der Espressotasse reinigt, erwärmt
sich dabei die Tasse, man kann den Milchschaumübertrag machen, die
beiden halben Portionen mit Espresso auffüllen, alles ist sauber, heiß
und gleichzeitig parat.
1: ... und du sparst Abwasch ...
2: Richtig!
1: Optimierte Verfahrensabläufe.
2: Sag ich doch.
1: Und die Sassi?
2: ... hat mich gebeten, das mal eben selber zu machen, weil sie an
ihrem Qualitätsmanagementhandbuch schreibt.
1: QM-Handbuch! Na, da habt ihr euch ja schön ergänzt. Praxis und
Theorie unter einem Dach.
2: Höre ich da eine feine Ironie aus deinen Worten?
1 (zögert): Dein optimierter Milchkaffee schmeckt Scheiße!
2 (probiert): Mein Macchiato auch.
1: In der Praxis. Die Theorie ist einwandfrei. Gebe ich zu.
2: Danke!
1: Siebenunddreißig Minuten, mein Arsch!
2: Das ist der eigentliche Kern der Sache, denke ich.
1: Welcher Sache?
2: Qualitätsmanagement.
1: Achso
Montag, 19. März 2012
Kochkurs
Sie lag in seinen Armen, er bewegte sich nicht. Schlief. Sie konnte nicht schlafen, wagte aber auch nicht sich zu rühren. Sie genoss seinen starken Arm um ihre nackte Brust. Es war warm genug. Wärmer, als es die anderen hatten, die, die nicht zu ihm kriechen durften. Es zwickte an ihrem Knie und sie wollte sich nicht kratzen. Kratzen würde Bewegung nach sich ziehen, das wiederum könnte bedeuten, dass der neben ihr liegende Mann wach würde und dies könnte bedeuten, dass er sie fortschickte, fort, zu den Schweinen. Dort nämlich, in der Nähe des Kobens, mussten die anderen nächtigen, um nicht zu erfrieren. Sie hatte Glück! Nur ein Floh, oder zwei, vielleicht auch eine Wanze, hier in dem Bett des Herrn. Unten hatten sie Krätze, Flöhe, Läuse und was der Allmächtige überdies an Kreaturen den Sündern zugedacht hatte. Es bewegte sich bisweilen unterm Schorf, Frostbeulen juckten eines Tages weniger. Sie hatte Glück, dass der Herr sich für sie entschieden hatten. Das Glück der jungen Jahre. Ihre Haut war noch weich, nicht so faltig und ranzig wie die der alten Greta. Sie war auch nicht mager wie Gunhild, deren Wangen so eingefallen waren, wie die des Sensenmannes. Ihre Augen stachen auch nicht gelblich hervor wie die Lisbeths. Und sie hatte noch fast alle Zähne im Mund, was bei der schmalen Kost und den harten Bedingungen an ein Wunder grenzte. Dieser Gesundheit hatte sie es zu verdanken, dass ihr Atem nicht nach Fäulnis roch und die Körpersäfte nicht beißend, so dass sie Tränen in des Herrn Augen trieben. Nun, er schien auch noch gut im Saft und er stank nicht so entsetzlich wie die Viecher. Er schätzte es, wenn sie sich nicht puderte, wie die Damen es taten. - Apropos Puder, Sassi musste noch Zucker in die Dosen füllen. - Obwohl sie sich nicht bewegt hatte wurde der Herr wach, reckte und räkelte sich, sie spürte seine Manneskraft nahe ihrer Schenkel. - Was für eine gequirlte Scheiße ... - Sassi legte den Stift beiseite, schäumte Milch auf und fluchte. Warum in Dreiteufelsnamen musste sie auch diese Sache so ernst nehmen und sich Mühe geben? Verdammt. Da gewinnt man mal was. Einen Schreibkurs der VHS bei einem Deutschlehrer, nein, einem verhinderten Poeten mit einem Kopf wie einer umgekehrten Pyramide. Nicht alles, was eine hohe Stirn hat, hat auch Interessantes dahinter - aber, seis drum. Erst Bücher lesen wie bekloppt - historische Romane. Und dann eine Schreibübung. Versetzt euch in die Lage einer Frau im Mittelalter ... Lage, das war ihr einziger Anhaltspunkt gewesen. Und was für eine Anspielung: Lage und Mittelalter. Der durchschnittliche Schreibkursteilnehmer erinnerte in Aussehen und Alter an eine sterbende Schildkröte. Lieber hätte sie den Kochkurs gewonnen! Oder gar nix!
Samstag, 17. März 2012
css Style-Schiet
1: Machtn die Sassi den ganzen Tag hinter der Theke?
2: Lesen.
1: Lesen? Was denn?
2: Jeden Tag ein Buch. Keine Ahnung, vielleicht eine Wette.
1: Jeden Tag ein Buch? Gibt es denn so viele?
2: Apsolut!
...
1: Also, ich hatte auch schon mal eins. Glaube, ich hab's verliehen.
2: Fachbuch oder Belletristik?
1: ... aber echt, du schmeißt hier mit Wörtern um dich!
Sassi (legt ihr Buch weg): Manchmal fühle ich mich von den Buchstaben belästigt.
1 (zu 2): Spricht sie mit uns?
1 (zu Sassi): Machst du mir noch einen starken Braunen?
Sassi: Klar doch!
Rainer kommt vom Klo (ganz stolz): Ich hab ne VIER gekackt!
Sassi dotzt ihren Kopf gegen die Gaggia (zu sich): Herzlichen Glückwunsch!
2: Lesen.
1: Lesen? Was denn?
2: Jeden Tag ein Buch. Keine Ahnung, vielleicht eine Wette.
1: Jeden Tag ein Buch? Gibt es denn so viele?
2: Apsolut!
...
1: Also, ich hatte auch schon mal eins. Glaube, ich hab's verliehen.
2: Fachbuch oder Belletristik?
1: ... aber echt, du schmeißt hier mit Wörtern um dich!
Sassi (legt ihr Buch weg): Manchmal fühle ich mich von den Buchstaben belästigt.
1 (zu 2): Spricht sie mit uns?
1 (zu Sassi): Machst du mir noch einen starken Braunen?
Sassi: Klar doch!
Rainer kommt vom Klo (ganz stolz): Ich hab ne VIER gekackt!
Sassi dotzt ihren Kopf gegen die Gaggia (zu sich): Herzlichen Glückwunsch!
Dienstag, 13. März 2012
intelligent technology
1: ... hört sich an wie eine Sekte.
2 (legt die Zeitung weg): was?
1: intelligent ... technology - man möchte unwillkürlich bei Hubbard nachschlagen.
2: Gibt es eigentlich Wörter, die auf ...ogy enden und keine psychischen Defekte benennen?
1: Doug Adams hatte eins: Hitchhikers Gide
2: He?
1: Trilogy
2: Ich dachte, der hätte fünf davon geschrieben!
1: Siehst du, das ist es, was ich mit intelligent meine!
2: Boff! ... alors
1: Hammse einem von diesem Proweider aus ne Mahnung per Mail auf einen Account geschickt, den sie stillgelegt haben, weil die Rechnung nicht bezahlt war. Danach wundern sie sich, dass kein Geld kommt. Der Kunde ruft da an, hat die Kundendienstnummer gewechselt. Neuer Anschluss - immer besetzt. Am Ende kriegt der Kunde mit Mühe raus, was da gelaufen ist und bringt die Sache in Ordnung. Kundendienst schreibt: wir bedauern, Ihnen nicht helfen zu können. Wie der Kunde es endlich geschafft hat, eigenhändig das Internet wieder ans Netz zu bringen, findet er ne Mail in seinem Postkasten: bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit, unseren Kundendienst zu bewerten. Wir sind ständig bemüht, unsere Leistungen zu verbessern.
2: Kundendienst heißt ja wörtlich nicht Dienst AM Kunden, sondern Dienst DES Kunden.
1: Die Firma flimmert ja jeden Abend übern Fernsehbildschirm: 1&....
Sassi: Noch jemand Kaffee?
1: Wenn ich den nicht selber kochen muss und meine Tassen selber spülen ...
Sassi (zu 2): Hat der denn heute?
2: 1&2 Servicewüste entdeckt.
Sassi: Wo, hier?
1: Absolut nicht, absolut nicht.
Sassi: Was ist mit dir? Auch noch was Heisses?
2: Jjjja!
2 (legt die Zeitung weg): was?
1: intelligent ... technology - man möchte unwillkürlich bei Hubbard nachschlagen.
2: Gibt es eigentlich Wörter, die auf ...ogy enden und keine psychischen Defekte benennen?
1: Doug Adams hatte eins: Hitchhikers Gide
2: He?
1: Trilogy
2: Ich dachte, der hätte fünf davon geschrieben!
1: Siehst du, das ist es, was ich mit intelligent meine!
2: Boff! ... alors
1: Hammse einem von diesem Proweider aus ne Mahnung per Mail auf einen Account geschickt, den sie stillgelegt haben, weil die Rechnung nicht bezahlt war. Danach wundern sie sich, dass kein Geld kommt. Der Kunde ruft da an, hat die Kundendienstnummer gewechselt. Neuer Anschluss - immer besetzt. Am Ende kriegt der Kunde mit Mühe raus, was da gelaufen ist und bringt die Sache in Ordnung. Kundendienst schreibt: wir bedauern, Ihnen nicht helfen zu können. Wie der Kunde es endlich geschafft hat, eigenhändig das Internet wieder ans Netz zu bringen, findet er ne Mail in seinem Postkasten: bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit, unseren Kundendienst zu bewerten. Wir sind ständig bemüht, unsere Leistungen zu verbessern.
2: Kundendienst heißt ja wörtlich nicht Dienst AM Kunden, sondern Dienst DES Kunden.
1: Die Firma flimmert ja jeden Abend übern Fernsehbildschirm: 1&....
Sassi: Noch jemand Kaffee?
1: Wenn ich den nicht selber kochen muss und meine Tassen selber spülen ...
Sassi (zu 2): Hat der denn heute?
2: 1&2 Servicewüste entdeckt.
Sassi: Wo, hier?
1: Absolut nicht, absolut nicht.
Sassi: Was ist mit dir? Auch noch was Heisses?
2: Jjjja!
Donnerstag, 5. Januar 2012
Das Jahr für Liebe, Sex und beruflichen Erfolg
Sassi liest. Ihr Horoskop für 2012. In der Cosmopolitan. Ein Glücksjahr. Alles wird prima laufen. Die Mühen der Vergangenheit werden Früchte tragen. Draußen zieht ein Sturm auf und der Regen klatscht an die Scheiben. Ihre Offenheit würde ihr die Männerherzen entgegen wehen. Sie solle nicht an einem festhalten, der nicht festgehalten werden wolle, denn der nächste säße schon auf der Bettkante. Aha. Zwei Gäste betreten das Café und setzten sich dahin, wo sie immer sitzen. Die Tür will sich kaum schließen lassen, so heftig weht der Wind dagegen. Irgendwo ist Durchzug. Ein Oberlicht knallt, die Tür knallt. Der März soll ihr Highlight werden. Geschäftlich hat sie einen guten Riecher, ihre Ideen versprechen Erfolg, wenn sie ein Ziel vor Augen habe, wäre es nah. Die letzten Jahre ihrer tadellosen Lebensführung würden ihr jetzt helfen, aus sich herauszugehen. Der Kaffeeautomat zischt und will, dass sie hingeht, um Wasser aufzufüllen. Ihren strengen Auswahlkriterien würden mehr Männer als sonst gerecht werden.
"2 Milchkaffee", hört sie von irgendwoher, sie schaut auf und sieht nichts. >Konzentriere dich< ermahnend schaut sie sich die Liebeskurve im Horoskop genau an. Flaute Anfang Januar. Shit. Was soll das, sie will jetzt knutschen, vögeln und Muskelkater aus leidenschaftlichen Nächten davontragen. März. Zzz. Draußen bläst Sturmtief Andrea das Schild um, worauf steht: Heute geöffnet.
"Milchkaffee kommt sofort", ruft sie in die Richtung, aus der der Wunsch geäußert wurde und ergänzt in Gedanken: alles andere später...
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