... im Bad sind es die Herren, in der Muppetsshow die Griesgrame vom Balkon, im Café haben wir das Sagen.
Mittwoch, 30. März 2011
Mit Schimpf, Schande und Zitrone
Minister lässt sich bei Uni-Eröffnung von seiner nichtehelichen Tochter vertreten, die er nach der Guttenberg-Affäre rückwirkend anerkannte und ihr seinen Namen verlieh, um Plagiatsvorwürfen gar nicht erst Tür und Tor zu öffnen, gleichsam als Motto der neuen Bildungsstätte: Wenn Keck draufsteht ist auch Keck drin, wenn nicht zu 100% dann doch zu 50% - und das sollte das Mindeste sein, drunter geben bitte auch Sie, liebe Vorteil-Studenten, sich nicht zufrieden ... Papier ist ja so geduldig, denkt Sassi und bringt Ordnung in den Stapel.
Dienstag, 29. März 2011
existentielle Fragen
1: Hasse gehört?
2 (blättert die Magazine durch): Hemm?
1: Sassi interessiert, wie wir zum Heiraten und zum Glücksspiel stehen.
2 (Playboy, Cosmo, Brigitte [Horoskop], Petra, Penthouse, H, ...):
Gibt's doch nicht!
1: Yepp! Denke genauso: Heiraten und Glücksspiel.
2: Heiraten, Glücksspiel und Koks am Klo ...
1: Was für Risikofreudige. Tja, Sassi scheint ja eher der realistische
Typ zu sein.
2 (beschäftigt mit Lui[antik], Mens Health, Grundgesetz der
Bundesrepublik Deutschland in der Fassung vom ... [kommt datten in den
Stapel?]): Sassi? Mussma jemand Ablage machen, hier! Horoskop ist
verjährt, Tittenmagazine hamm Kaffeeflecken, keine Ordnung im
Papierkram ...
Sassi: Bist du sicher, dass das Kaffeeflecken sind?
1: Siehst du? Das meine ich!
2 (blättert die Magazine durch): Hemm?
1: Sassi interessiert, wie wir zum Heiraten und zum Glücksspiel stehen.
2 (Playboy, Cosmo, Brigitte [Horoskop], Petra, Penthouse, H, ...):
Gibt's doch nicht!
1: Yepp! Denke genauso: Heiraten und Glücksspiel.
2: Heiraten, Glücksspiel und Koks am Klo ...
1: Was für Risikofreudige. Tja, Sassi scheint ja eher der realistische
Typ zu sein.
2 (beschäftigt mit Lui[antik], Mens Health, Grundgesetz der
Bundesrepublik Deutschland in der Fassung vom ... [kommt datten in den
Stapel?]): Sassi? Mussma jemand Ablage machen, hier! Horoskop ist
verjährt, Tittenmagazine hamm Kaffeeflecken, keine Ordnung im
Papierkram ...
Sassi: Bist du sicher, dass das Kaffeeflecken sind?
1: Siehst du? Das meine ich!
Montag, 28. März 2011
Blondes Wunderpotenzial
Sassi reißt den Beutel mit frischen Bohnen auf. Arabica. H-mmm, das duftet. Ganz anders als der beflissene blonde Mann neben ihr im Spanischkurs, den sie Miraculi nennen - er riecht nach Kernseife. Der hat eine Formel im Computer entwickelt, die die Zukunft voraussagen soll. Man munkelt, die Zukunft in Form von Zahlen, genauer Zahlen auf Tippscheinen. Das Programm stünde bei 60% Wahrscheinlichkeit. Wie auch immer, wenn gemunkelt wird, werden die Menschen so unpräzise in ihren Aussagen. Jedenfalls reiche ihm das nicht, er wolle mindestens 80% erreichen. Reichen, reich. Reich werden, soll sein Personal-Coach, eine Frau, gesagt haben, das würde er sicher damit. Er solle nicht aufgeben und sich weiter mit Stochastik befassen. Da stecke sein Potenzial. Ein guter Rat, eigentlich, aber so wie der Munkler das erzählt hat, könnte sich der Eindruck festigen, er nehme beide nicht ernst. Ernst nehmen, genau, die Coacherin soll gar gesagt haben, also, eine Art Heiratsantrag. Na, mir wird es reichen im nächsten Urlaub in Barcelona in einer Bodega ein Cerveza bestellten zu können, ohne gleich als bleichgesichtige Allemannin aufzufallen. Sassis Blick fällt auf ihre Abrechnung und dann auf die beiden Gäste. S: Seid ihr eigentlich verheiratet? - S: Was haltet ihr von Glücksspiel?
Donnerstag, 24. März 2011
Privilegiert
1: Musste übrigens gestern den Rolls verkaufen.
2: Rumdas?
1: Sonst hätten wir uns die Putze nicht weiter leisten können.
2: Hatt!
1: Aber echt! Wüsste nicht, wie ich das Penthouse und den Bungalow klar
Schiff halten sollte, außerdem kümmert die sich im Sommer um den Pool
und gießt die peruanische Kakteensammlung, wenn wir in der Finca sind.
War ein harter Schnitt. Aston-Martin ist echt kein Auto zum Shoppen.
2: Parkt sich schlecht ein.
1: Das auch. Schlechte Convenience - Performance.
2: Meinst das Look and Feel?
1: Nö, eher Raumangebot. Golfcase drin, kannst du deiner Frau nicht maln
Collier besorgen. Kein Platz für. Und du weißt doch, wie die
Südamerikaladys sind! Ständig wollen die betüddelt werden. Kettchen,
Schuhe, Diamantohrringe ...
2: Ham noch Ansprüche, kosten Geld, die Hühner.
1: Der Aston-Martin hat nicht mal ne Anhängerkupplung! Mal ganz ab
davon! Und wenn, dann könntest du damit eh die Yacht nicht ziehen.
2: Straight im Wind, das braucht ein Mann manchmal, so gerade raus auf
See und alles vergessen ...
1: App-so-lut! ... mich deprimieren die öden Aufsichtsratssitzungen, die
Bittsteller, der ganze Finanzzirkus, Steuerprofis, jeden Donnerstag muss
man seine Aktienpakete neu disponieren, auf See ist ein Mann noch ein
Mann – und außerdem klaut sie. Ich meine, nicht meine Frau, die ..ehm..
Mist, ich vergesse immer den verdammten Namen! Nein: die Putze. Da muss
man mal raus aus dem ganzen.
2: Rahnok achtern gefiert und straight ahead ...
1: ... und dann, zack, platzt die Blase und mir wird bewußt, dass ich
überhaupt gar keine Yacht habe ... keine Putze, keinen Pool, keinen
Bungalow.
2: Aber das heißt auch: Du musstest den Rolls gestern gar nicht
verkaufen. Sieh es mal so!
2: Rumdas?
1: Sonst hätten wir uns die Putze nicht weiter leisten können.
2: Hatt!
1: Aber echt! Wüsste nicht, wie ich das Penthouse und den Bungalow klar
Schiff halten sollte, außerdem kümmert die sich im Sommer um den Pool
und gießt die peruanische Kakteensammlung, wenn wir in der Finca sind.
War ein harter Schnitt. Aston-Martin ist echt kein Auto zum Shoppen.
2: Parkt sich schlecht ein.
1: Das auch. Schlechte Convenience - Performance.
2: Meinst das Look and Feel?
1: Nö, eher Raumangebot. Golfcase drin, kannst du deiner Frau nicht maln
Collier besorgen. Kein Platz für. Und du weißt doch, wie die
Südamerikaladys sind! Ständig wollen die betüddelt werden. Kettchen,
Schuhe, Diamantohrringe ...
2: Ham noch Ansprüche, kosten Geld, die Hühner.
1: Der Aston-Martin hat nicht mal ne Anhängerkupplung! Mal ganz ab
davon! Und wenn, dann könntest du damit eh die Yacht nicht ziehen.
2: Straight im Wind, das braucht ein Mann manchmal, so gerade raus auf
See und alles vergessen ...
1: App-so-lut! ... mich deprimieren die öden Aufsichtsratssitzungen, die
Bittsteller, der ganze Finanzzirkus, Steuerprofis, jeden Donnerstag muss
man seine Aktienpakete neu disponieren, auf See ist ein Mann noch ein
Mann – und außerdem klaut sie. Ich meine, nicht meine Frau, die ..ehm..
Mist, ich vergesse immer den verdammten Namen! Nein: die Putze. Da muss
man mal raus aus dem ganzen.
2: Rahnok achtern gefiert und straight ahead ...
1: ... und dann, zack, platzt die Blase und mir wird bewußt, dass ich
überhaupt gar keine Yacht habe ... keine Putze, keinen Pool, keinen
Bungalow.
2: Aber das heißt auch: Du musstest den Rolls gestern gar nicht
verkaufen. Sieh es mal so!
Donnerstag, 17. März 2011
Es gibt also doch so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit
1: Mann-o-Mann
2: Wasn los?
1: Ganzen Tach gerackert, weil ich dachte, morgen wär der Freitag ...
2: Morgen IST Freitag.
1: Aber nicht DER Freitag.
2: Welcher Freitag?
1: Wo wir die Entwürfe vorlegen müssen.
2: Ach, DER Freitag!
1: Naja, sind sie wenigstens fertig.
2: Kann der Freitag ja kommen ...
1: Yepp. -- Sassi! Haste Wei-10-Bearda?
Sassi: Danke der Nachfrage!
1 (sinniert): Danke Ja oder Danke Nein?
2: Mach 2-10-Beardraus!
1 (hält zwei Finger in die Luft)
Sassi: Windstärke?
1: 2
2: Hatte ich übrigens auch mal.
1: Was?
2: Das Gefühl, es wär so ein Freitag ...
1: Und? Gerackert wie blöde?
2: Nö, ich verlier' da nicht so ... ehm ... also eher der geschmeidige
Typ. Man muss auch mal ... alles ruhiger angehen und so ... durchatmen
1: Kuhl, muss man dir lassen!
2: ... hatte mich allerdings nicht geirrt, es WAR so ein Freitag, und
ich hatte nix am Lappen den Tach.
1: Upps! Und dann?
2: Kunde verloren.
1: Sch-ieht!
...
2: War eh ne Pfeife. In Dauerinsolvenz.
1: Gibt zwei Sorten von Freitagen.
2: Emm?
1: Die, in denen man sich irrt, und die anderen ...
2: ... an denen man verarscht wird.
Sassi: Wo wir schon mal dabei sind, Jungs ...
1: Jjjja?
Sassi: Gibt auch zwei Sorten von Weizenbier.
2: Das stimmt. So halbwegs.
Sassi: Das, das nicht da ist und das andere, das nicht schmeckt.
1: Hab ich's nicht gerade gesagt?
2: Du bist ein weiser Mann. Ein weiser Mann.
Sassi: Also? Welches jetzt?
2: Ein weiser Mann.
1 (zu Sassi): Weiser Mann sagen: Besser Bier trinken nicht schmeckt, als schmecken, dass nix trinken.
Sassi: Weiser Mann reden Blödsinn Donnerstag.
1: Recht hat sie.
Sassi: Immerhin weiser Mann jetzt wissen, nix Freitag. Weise Frau wissen schon Donnerstag, nix sein Freitag.
2: Und weise Frau Freitag erst wissen, dass Donnerstag kein Bier in Kühlschrank.
Sassi: Und weise Frau weise Mann zeigen, wo dicke, rote Backe, wenn schlagen einmal kräftig zu.
1: Weise Mann jetzt wissen, zweite Sorte Bier besser schmecken.
Sassi: dann weise Frau noch vor Freitag holen.
2: Andererseits ...
1: Ja?
2: Kann man sich ein gut schmeckendes Bier, das nicht da ist, auch nicht versehentlich über die Hose schütten.
1: Da spricht der Optimist.
Sassi: Aber echt!
2: Wasn los?
1: Ganzen Tach gerackert, weil ich dachte, morgen wär der Freitag ...
2: Morgen IST Freitag.
1: Aber nicht DER Freitag.
2: Welcher Freitag?
1: Wo wir die Entwürfe vorlegen müssen.
2: Ach, DER Freitag!
1: Naja, sind sie wenigstens fertig.
2: Kann der Freitag ja kommen ...
1: Yepp. -- Sassi! Haste Wei-10-Bearda?
Sassi: Danke der Nachfrage!
1 (sinniert): Danke Ja oder Danke Nein?
2: Mach 2-10-Beardraus!
1 (hält zwei Finger in die Luft)
Sassi: Windstärke?
1: 2
2: Hatte ich übrigens auch mal.
1: Was?
2: Das Gefühl, es wär so ein Freitag ...
1: Und? Gerackert wie blöde?
2: Nö, ich verlier' da nicht so ... ehm ... also eher der geschmeidige
Typ. Man muss auch mal ... alles ruhiger angehen und so ... durchatmen
1: Kuhl, muss man dir lassen!
2: ... hatte mich allerdings nicht geirrt, es WAR so ein Freitag, und
ich hatte nix am Lappen den Tach.
1: Upps! Und dann?
2: Kunde verloren.
1: Sch-ieht!
...
2: War eh ne Pfeife. In Dauerinsolvenz.
1: Gibt zwei Sorten von Freitagen.
2: Emm?
1: Die, in denen man sich irrt, und die anderen ...
2: ... an denen man verarscht wird.
Sassi: Wo wir schon mal dabei sind, Jungs ...
1: Jjjja?
Sassi: Gibt auch zwei Sorten von Weizenbier.
2: Das stimmt. So halbwegs.
Sassi: Das, das nicht da ist und das andere, das nicht schmeckt.
1: Hab ich's nicht gerade gesagt?
2: Du bist ein weiser Mann. Ein weiser Mann.
Sassi: Also? Welches jetzt?
2: Ein weiser Mann.
1 (zu Sassi): Weiser Mann sagen: Besser Bier trinken nicht schmeckt, als schmecken, dass nix trinken.
Sassi: Weiser Mann reden Blödsinn Donnerstag.
1: Recht hat sie.
Sassi: Immerhin weiser Mann jetzt wissen, nix Freitag. Weise Frau wissen schon Donnerstag, nix sein Freitag.
2: Und weise Frau Freitag erst wissen, dass Donnerstag kein Bier in Kühlschrank.
Sassi: Und weise Frau weise Mann zeigen, wo dicke, rote Backe, wenn schlagen einmal kräftig zu.
1: Weise Mann jetzt wissen, zweite Sorte Bier besser schmecken.
Sassi: dann weise Frau noch vor Freitag holen.
2: Andererseits ...
1: Ja?
2: Kann man sich ein gut schmeckendes Bier, das nicht da ist, auch nicht versehentlich über die Hose schütten.
1: Da spricht der Optimist.
Sassi: Aber echt!
Dienstag, 15. März 2011
Ein Quell guter Laune
Das Klarspülwasser wird heiß, die Milchkanne beschlägt. Sassis Wangen auch. Oh, Mann und dann der Ronny gestern, in der Sprachenschule, gebürtig in Gera, spricht einen Akzent, also schon Deutsch, ganz so als wolle sich in seinem Mund eine Schlange selbst erwürgen. Eine leichte Verzögerung der Vokale in der dritten Silbe kommt hinzu. Kanner nix für - geht wohl nicht anders. Zudem hat er nur miesepetrige Geschichten auf Lager, alles ist immer irgendwie umsonst, es gibt keine Chancen, alles ist schlecht. Ein Quell guter Laune. Dann seine Geschichte: Als Kind vom Apfelbaum gestürzt, auf eine Harke, mit den Lendenwirbeln, Koma, Rollstuhl, Sprechen lernen, heute noch beeinträchtigt. Behinderung, die er im Vorstellungsgespräch verschweigt. Kündigungen folgen auf Kündigungen. Anerkennung auf 50% + Schwerbehinderung hat er nicht bekommen, nächste Kündigung, weil die Firma ihn als Schwerbehinderten wollte und nicht nur als Behinderten. Der Quell an guter Stimmung hat wohl seinen Grund für den Gesichtsausdruck, als habe er 40 Jahre in einem Bunker im Krisengebiet gehockt. Mit dem Spanischkurs sieht er seine Chance: Fremdsprachenkorrespondent im Homeoffice.
Draußen sind es heute 16 Grad. Drinnen alles beschlagen. Einer hustet. Sassi wischt sich mit dem Handrücken eine Strähne aus der Stirn: Jemand was dagegen, wenn ich die Tür eine Weile offen lasse?
Draußen sind es heute 16 Grad. Drinnen alles beschlagen. Einer hustet. Sassi wischt sich mit dem Handrücken eine Strähne aus der Stirn: Jemand was dagegen, wenn ich die Tür eine Weile offen lasse?
Unser aller Ende
1 (hustet)
2 (saugt an der Zigarre)
1 (hustet)
2 (saugt an der Zigarre): Alles klar da drüben?
1: App-so-lut! (hustet)
2: Wirklich A-L-L-E-S klar?
1: Musste grad an unser aller Ende denken.
2: Ah, Japan! Schrecklich ..
1: Das auch.
2: Wasn noch?
1: Bin letztes Jahr zufällig der Gewerkschaft beigetreten.
2: Haben viele gemacht, wegen der Tankgutscheine, die es gratis gibt.
1: Nö, bei mir wars Blödheit. Hab son Formular von denen mit nem
Rücksendeschein von amazon verwechselt, schon war ich drin.
2: Echt, und jetzt?
1: Bin ich Metaller oder wars Verdi? Keine Ahnung. Verdi ist ne tolle
Gewerkschaft. Da sind die Schriftsteller mit den Friseuren und
Bahnschaffnern zusammen gepfercht ..
2: (raucht)
1: (hustet)
2: Meisten lesen ja beim Friseur oder inner Bahn, passt also.
1 (hustet): App-so-lut! Seit ich in der Gewerkschaft bin, denke ich über
das Sterben nach.
2: Liegt auch nahe. Lesen, Friseur, Bahn, Sterben - (zögerlich
nachdenkend) chja. M, vlleicht auch nicht.
1: Es ist nur ... (hustet) ... das einzige neben dem Abbuchen der
Mitgliedsbeiträge in ganz absurden Beträgen 27,22 oder so ...
2: Wahrscheinlich rechnen die intern noch in DM
1: Ja (hustet) ... also das einzige, was man von denen hört, ist
regelmäßig eine Briefpost, in der sie mir eine ... (hustet)
2: Ja?
1: ... Gruppensterbeversicherung anbieten.
2: Hahaha! (hustet)
1: Siehst du?
2: (hustet)
1: Möchte wissen, was das überhaupt ist. Versicherung für Menschen, die
in Gruppen sterben??
2: Gewerkschaftlich organisiertes Sterben sozusagen.
1: (hustet) app-so-lut!
2 (saugt an der Zigarre)
1 (hustet)
2 (saugt an der Zigarre): Alles klar da drüben?
1: App-so-lut! (hustet)
2: Wirklich A-L-L-E-S klar?
1: Musste grad an unser aller Ende denken.
2: Ah, Japan! Schrecklich ..
1: Das auch.
2: Wasn noch?
1: Bin letztes Jahr zufällig der Gewerkschaft beigetreten.
2: Haben viele gemacht, wegen der Tankgutscheine, die es gratis gibt.
1: Nö, bei mir wars Blödheit. Hab son Formular von denen mit nem
Rücksendeschein von amazon verwechselt, schon war ich drin.
2: Echt, und jetzt?
1: Bin ich Metaller oder wars Verdi? Keine Ahnung. Verdi ist ne tolle
Gewerkschaft. Da sind die Schriftsteller mit den Friseuren und
Bahnschaffnern zusammen gepfercht ..
2: (raucht)
1: (hustet)
2: Meisten lesen ja beim Friseur oder inner Bahn, passt also.
1 (hustet): App-so-lut! Seit ich in der Gewerkschaft bin, denke ich über
das Sterben nach.
2: Liegt auch nahe. Lesen, Friseur, Bahn, Sterben - (zögerlich
nachdenkend) chja. M, vlleicht auch nicht.
1: Es ist nur ... (hustet) ... das einzige neben dem Abbuchen der
Mitgliedsbeiträge in ganz absurden Beträgen 27,22 oder so ...
2: Wahrscheinlich rechnen die intern noch in DM
1: Ja (hustet) ... also das einzige, was man von denen hört, ist
regelmäßig eine Briefpost, in der sie mir eine ... (hustet)
2: Ja?
1: ... Gruppensterbeversicherung anbieten.
2: Hahaha! (hustet)
1: Siehst du?
2: (hustet)
1: Möchte wissen, was das überhaupt ist. Versicherung für Menschen, die
in Gruppen sterben??
2: Gewerkschaftlich organisiertes Sterben sozusagen.
1: (hustet) app-so-lut!
Mittwoch, 9. März 2011
Weltfrauentag
1 (hält sich eine Zigarre quer unter die Nase): Dachte immer, Bock y Ca.
hieße Bock und Compañera.
2: Meinstn damit?
1: Dasses n echter Frauenstumpen wär. Mit viel Liebe von der rassigen
Witwe eines vergifteten Kolonialistenarschlochs und ihres neuen
Geliebten Bock (und Freundin) von ausgewählten Tabakpflanzen ...
2: ... auf nackten Jungfrauenschenkeln gerollt, hab ich schon mal
irgendwo gehört den Schnack. Ziemlich peinlige, du!
1: Gustavo Bock, naja, wieder eine Illusion futsch.
2: Und das am Weltfrauentag!
1: Ein Desaster.
2: Früher ...
1: Ja?
2: Gab's ja den Weltspartag. Da kriegte man so Schweine aus Porzellan
auf der Bank.
1: Eigentlich gar kein schlechtes Konzept.
2: Merkt man sich jedenfalls.
1: Das kannste aber sagen.
2 (selten konsternierter Blick): He? Habbich hier was ...? (dreht den
Kopf zur Sassi, wieder zurück, den Paralaxen seines Gesprächspartners
folgend, hin - her)
1: Ich meine, wenn die Bank am Weltspartag Schweinchen verschenkt,
dann ... Sassi!?
Sassi: Ja?
1: Sassi, rauchst du eigentlich?
Sassi: Lass mal! Ist nicht so mein Ding.
2: Kein Schwein.
1: Echt, kein Schwein.
hieße Bock und Compañera.
2: Meinstn damit?
1: Dasses n echter Frauenstumpen wär. Mit viel Liebe von der rassigen
Witwe eines vergifteten Kolonialistenarschlochs und ihres neuen
Geliebten Bock (und Freundin) von ausgewählten Tabakpflanzen ...
2: ... auf nackten Jungfrauenschenkeln gerollt, hab ich schon mal
irgendwo gehört den Schnack. Ziemlich peinlige, du!
1: Gustavo Bock, naja, wieder eine Illusion futsch.
2: Und das am Weltfrauentag!
1: Ein Desaster.
2: Früher ...
1: Ja?
2: Gab's ja den Weltspartag. Da kriegte man so Schweine aus Porzellan
auf der Bank.
1: Eigentlich gar kein schlechtes Konzept.
2: Merkt man sich jedenfalls.
1: Das kannste aber sagen.
2 (selten konsternierter Blick): He? Habbich hier was ...? (dreht den
Kopf zur Sassi, wieder zurück, den Paralaxen seines Gesprächspartners
folgend, hin - her)
1: Ich meine, wenn die Bank am Weltspartag Schweinchen verschenkt,
dann ... Sassi!?
Sassi: Ja?
1: Sassi, rauchst du eigentlich?
Sassi: Lass mal! Ist nicht so mein Ding.
2: Kein Schwein.
1: Echt, kein Schwein.
Dienstag, 8. März 2011
Gen-au
Sassi schlägt am Weltfrauentag das Magazin zu und macht sich an der Kaffeemaschine zu schaffen. Es gibt etwas mehr Männer als Frauen auf der Welt. Auf 100 neugeborene Mädchen kommen 107 neugeborene Jungs. Kein Grund zum weiblichen Aufatmen in Sachen "mehr Auswahl", denn in Bevölkerungen, die langsam aber stetig vergreisen, so wie in Europa, ändert sich das Verhältnis, da Frauen länger leben als Männer - im Durchschnitt.
Wenn Frau also dann älter ist, hat sie statistisch gesehen weniger Auswahl in ihrer Altersgruppe ... was ja im Grunde genommen, immer noch kein wirkliches Problem ist, denkt Sassi und blickt in den Gastraum. Sie stellt zwei Latte vor die beiden Stammgäste und lächelt: Geht auf's Haus, Jungs.
Wenn Frau also dann älter ist, hat sie statistisch gesehen weniger Auswahl in ihrer Altersgruppe ... was ja im Grunde genommen, immer noch kein wirkliches Problem ist, denkt Sassi und blickt in den Gastraum. Sie stellt zwei Latte vor die beiden Stammgäste und lächelt: Geht auf's Haus, Jungs.
Ob jemand ...
1: Ob jemand Cop wird oder Krimineller, wird auch von den Genen
beeinflußt.
2: Aha!
1 (legt die Zeitung weg): Ob jemand zum Alkoholiker wird oder nur
Analphabet, hängt mit den Genen zusammen.
2: Da war doch mal ...
1: Ob ich rauche oder mir noch einen Kaffee bestelle, regeln die Gene.
2: ... '42, glaube ich ...
1: Nur der Affe unterscheidet sich genetisch weniger vom Menschen als
der Bankier vom Heckenpisser. Ob du rechtsdrehend kacken gehst, ist in
verschlüsselter Form in der DNA gespeichert.
2: Hulala! Doch, das muss so '42 rum gewesen sein.
1: Genetische Voruntersuchung für die Krankenkasse. Der Dicke ist nur
genetisch dick. Rein körperlich ist da nix. Und die dreizehnte
Currywurst vorm Mittagessen ist genetisch bedingt. Schwere Knochen,
hätte man früher gesagt. Das unerklärliche Phänomen der mitochondral
geleerten Pralinenschachtel. Der Bierbauch ein Erbgutfaktor, Temposünden
als Mangel an Basenpaaren ...
2: Eugenik, jetzt hab ichs!
1: Ich finde, sie sollen das scheußliche Wort mit den drei Buchstaben
für die nächsten zehn Jahre verbieten. Wer Gen sagt oder genetisch,
sollte ...
2: Seltsam, oder? Dass es seit einigen Jahren - eigentlich schon seit
der Wiedervereinigung - kaum noch Hakenkreuzschmierereien gibt!
1: Ist wahrscheinlich genetisch bedingt.
beeinflußt.
2: Aha!
1 (legt die Zeitung weg): Ob jemand zum Alkoholiker wird oder nur
Analphabet, hängt mit den Genen zusammen.
2: Da war doch mal ...
1: Ob ich rauche oder mir noch einen Kaffee bestelle, regeln die Gene.
2: ... '42, glaube ich ...
1: Nur der Affe unterscheidet sich genetisch weniger vom Menschen als
der Bankier vom Heckenpisser. Ob du rechtsdrehend kacken gehst, ist in
verschlüsselter Form in der DNA gespeichert.
2: Hulala! Doch, das muss so '42 rum gewesen sein.
1: Genetische Voruntersuchung für die Krankenkasse. Der Dicke ist nur
genetisch dick. Rein körperlich ist da nix. Und die dreizehnte
Currywurst vorm Mittagessen ist genetisch bedingt. Schwere Knochen,
hätte man früher gesagt. Das unerklärliche Phänomen der mitochondral
geleerten Pralinenschachtel. Der Bierbauch ein Erbgutfaktor, Temposünden
als Mangel an Basenpaaren ...
2: Eugenik, jetzt hab ichs!
1: Ich finde, sie sollen das scheußliche Wort mit den drei Buchstaben
für die nächsten zehn Jahre verbieten. Wer Gen sagt oder genetisch,
sollte ...
2: Seltsam, oder? Dass es seit einigen Jahren - eigentlich schon seit
der Wiedervereinigung - kaum noch Hakenkreuzschmierereien gibt!
1: Ist wahrscheinlich genetisch bedingt.
Donnerstag, 3. März 2011
Sicherheitsfragen
1 (zündelt an seiner Bock y Ca): Gestern Bericht gesehen. TÜV prüft
Faschingskostüme.
2: Prüft was?
1: Faschingskostüme.
2 (greift ebenfalls zur Zigarre): Am Körper oder standalone? Ich meine,
die Prüfung ...
1: Standalone. (feuert am Stumpen herum, der entflammt, aber glimmt
nicht) Entflammung durch Gasbrenner. Nach sonundsoviel Sekunden steht
das Teil in Brand.
2: Und da messen sie dann was? Wie lange die Fetzen standhalten? Ob sie
schmurgeln oder schmelzen? Was messen die denn da?
1: Wirst du nicht glauben. (Endlich Zug in die Bock gebracht): sie
messen den Schadstoffgehalt bei der Verbrennung.
2: Schadstoff!? Also, ob die abfackeln, ist egal, nur die Kostümchen
dürfen dabei nicht stinken?
1: So ähnlich. Wär ja schädlich für die Umwelt, wenn mal so eine
Karnevalsgesellschaft im Feuer umkommt, und die Kostüme entwickeln
Dioxin beim Brand.
2: Oder Stickoxide.
1: Feinstaub!
2: CO-2
1 (nimmt einen kräftigen Zug): könnt man nicht mehr ruhig schlafen. Ich
frag mich nur ...
2: Ja?
1: Wo bringen die bei so einem Hemdchen ihr TÜV-Siegel an?
2: Abgassondertestplakette, EU-Zertifikat, DIN-Schild, Waschzettel,
Inhaltsdeklaration, Warnhinweisetikett ...
1: Scheise, du, das wird ein echt trauriger Karneval ..
Faschingskostüme.
2: Prüft was?
1: Faschingskostüme.
2 (greift ebenfalls zur Zigarre): Am Körper oder standalone? Ich meine,
die Prüfung ...
1: Standalone. (feuert am Stumpen herum, der entflammt, aber glimmt
nicht) Entflammung durch Gasbrenner. Nach sonundsoviel Sekunden steht
das Teil in Brand.
2: Und da messen sie dann was? Wie lange die Fetzen standhalten? Ob sie
schmurgeln oder schmelzen? Was messen die denn da?
1: Wirst du nicht glauben. (Endlich Zug in die Bock gebracht): sie
messen den Schadstoffgehalt bei der Verbrennung.
2: Schadstoff!? Also, ob die abfackeln, ist egal, nur die Kostümchen
dürfen dabei nicht stinken?
1: So ähnlich. Wär ja schädlich für die Umwelt, wenn mal so eine
Karnevalsgesellschaft im Feuer umkommt, und die Kostüme entwickeln
Dioxin beim Brand.
2: Oder Stickoxide.
1: Feinstaub!
2: CO-2
1 (nimmt einen kräftigen Zug): könnt man nicht mehr ruhig schlafen. Ich
frag mich nur ...
2: Ja?
1: Wo bringen die bei so einem Hemdchen ihr TÜV-Siegel an?
2: Abgassondertestplakette, EU-Zertifikat, DIN-Schild, Waschzettel,
Inhaltsdeklaration, Warnhinweisetikett ...
1: Scheise, du, das wird ein echt trauriger Karneval ..
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