Mittwoch, 23. Februar 2011

Einfach abhaken

Ist das nun der Ruf nach Mathenachhilfe ... das Telefonat will Sassi nicht aus dem Kopf, während sie Zitronen in Scheibchen schneidet.
"5 hab ich überwiesen, 6 Monate vor Ablauf der Frist, wir sind dann strack", mit einem Strahlen auf dem Gesicht, Freude und Befreiung im Herzen.
"Wie, dacht es seien noch 9."
"Nee, ich hab doch bei den letzten Raten schon mehr beglichen, als verabredet. Deshalb sind es, es waren, nur noch 5", stirnrunzeln. Das Zitronenaroma wirkt.
"Aha, sicher? - Danke. Hab gehört, dein Auto macht Probleme. Also, wenns hart kommt, kann ich dir die eben gezahlten 4 ja erst noch mal zurückgeben."
"Ehm ... danke, nein, nicht nötig, ich will das vom Hals haben ..."
"Ja, dann."
"Ja, dann ...", gut, dass das alles der Vergangenheit angehört. Sie schnippt die Kerne aus den Scheibchen. Einfach abhaken, auch oder besonders wenn sich einer verrechnet hat.

Dienstag, 22. Februar 2011

Die großen Fragen des Lebens

1. Samstag Promigirls über One-Night-Stands philosophieren hören ...
2. Ooops, dasses das Wort noch gibt! One-Night-Stand, ewig nicht gehört.
Klingt wie dieser Filmtitel, wo die eine mit dem Winkelschleifer tanzen
geht ...
1. Ja, und Sonntach Snooker Higgins-Maguire.
2. Higgins, Maguire - beides Sympathen.
1. Und wie!
2. Und die Fastfood-Girlies?
1. Lange Latte von Klischees wie Catfight-Schlammcatchen hintereinander
geklatscht, Lara Croft battles Tank Girl: wer hat den besten,
schnellsten Instantsex? So Sprüche wie: bevor die Müllabfuhr kommt,
sollte er weg sein.
2. Ah. Flashdance, jetzt fällt's mir ein! Gott, was'n Scheissfilm!
1. Schätze, mit diesen Vorstellung da kommt frau alle drei Weihnachten
mal mitm Milchmann in die Kiste.
2. Eher mit der Whiskeypulle.
1. Möchte wissen, wie Sassi das handhabt.
2. Whiskey, Imbissbudensex oder Snooker?
1. Hemm (beide blicken sich nach Sassi um) - man weiß ja nicht mal, ob
sie überhaupt trinkt.

Sonntag, 20. Februar 2011

Ungenießbar, relativ

Sassi müht sich. Milchschaum schäumt nicht. Irgendwas ist hier faul, sauer oder zu viel Feuchtigkeit. Alles noch mal von vorn. Ob es hier für den Koch Verwendung gibt?, denkt sie an ihren Nachbarn. Ach ja, ... der Koch, den haben se zum zweiten Mal durch die Prüfung rauschen lassen. Trotz dass der Intrigant nicht im Ausschuss saß, aber mitgemischt haben soll. Verschwörung. Sein Essen sei ungenießbar gewesen. Stimmt nicht, sagt er, war völlig okay. Der Milchschaum will immer noch nicht so recht stehen. Tja, und dann: Er sei auf ein neues Medikament eingestellt worden, das mache ihn noch müde, aber er sei mit seiner Zeit prima hingekommen. Fragt sich: Welches Medikament? Und der Intrigant, ja, kann ja sein, dass er die Macht hat. Und überhaupt, über Rosmarinkartoffeln lässt sich nicht streiten. Ungenießbar, gar net wahr - also, da muss man schon was gewaltiges verbockt haben - nee, das kann nicht sein ... sie will den Schaumversuch gerade wegkippen.

1. Noch einen Milchkaffee, Sassi. Bitte.
Oben am Rand des Topfes, da ist er relativ konsistent ... wenn sie das irgendwie halbwegs ...
S. Kommt sofort.

Eine Frage der Konstanz

1. Heute morgen am Humidor gegen den Hygrometer geklopft: schlappe 52%.
2. Also, wenn ich so nach draußen sehe, hamwer in freier Wildbahn gute
90.
1. App-solut!
2. Eher relativ.
1. Das ist ne Frage vom Standpunkt.
2. Mein Reden ...!
1. Glaube, ich nenne das Ding ab sofort Sekidor, der trocknet ja.
2. DAS ist ne Frage der Konstanz.
1. App-solut!

Freitag, 18. Februar 2011

TÜV issjaauchnicht gleich TÜV

Vielleicht ist das auch alles eine Frage der richtigen Garderobe. Was Frau nicht ins Auto steckt, kann sie in Overknees stecken, Platz genug wäre ja, dazu einen netten Rock und eine wenig Zeit fürs Üben des Minenspiels - der Aufwand und das Geld wäre vielleicht besser investiert, als in eine Kennzeichenbeleuchtung ... mal so unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit betrachtet.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Valentinstag

1. Kommst du denn jetzt her?
2. Nacht über gearbeitet.
1. Am Ratt geschraubt? Wär ich gern dabei gewesen ...
2. Sassis Karre. --- wo bleibt die denn? Brauche jetzt nen Kaffee, aber
echt.
1. Wasn damit? Ich meine, mit ihrem Cabrio.
2. Alter Peugeot, voll der Klassiker, Karosserie vom Pininfarina,
Sportfahrwerk, Textilpersenning, ein Cremetörtchen, sag ich dir, aber
total verlottert. Kennscht ja die Frau!
1. Ja, die kenn ich. Auto auch. Wollte mal da mit fahren, stand das
Wasser drin. Sitz voll mit Gerümpel, hinten auch, alles klappert,
Spiegel fällt runter, wenn man hustet. Legt sie eine Zeitung auf den
Sitz und sagt, der wär nass. Sag ich, muss man das Dach flicken, sagt
sie, sie hätte ja die Plastikgarage. Sag ich, warum ist es dann nass?
Sagt sie: Weils regnet.
2. (Verschluckt sich an seiner Zigarre) ... ja, das issie, die Sassi. Wo
bleibt die denn? Telefoniert die?
1. Was hastn an der Schüssel geschräubt, mei Liaba?
2. Verteiler ist kaggö. Son alter Finger. Ständig nass, da ist so ein
Plastikbeutel drumgewickelt, trotzdem kommt Wasser dran. Da hat sie
ständig Ruckler. Den hab ich mal ausgebaut. Jetzt mach ich den sauber,
morgen kommt der wieder rein.
1. Jessas, wie sich die Zeiten ändern!
2. WAS is?
1. Ich kenne das gar nicht, dass die Sassi was an ihrem Auto machen
lässt, sei denn, die Karre verreckt ihr im Berufsverkehr mitten im
Stadtzentrum auf ner Kreuzung zwischen tausend gewalttätigen Pendlern.
2. Die weiß doch nix davon. --- Und ich bräuchte jetzt echt mal ne
kleine flüssige Belohnung.
1. Braucht die denn ihr Auto nicht?
2. Samstag hat sie gesagt, die brauchts die ganze Woche nicht. Das ist
die Gelegenheit. Valentinstag, kann man ja mal tief in die Kiste
greifen ...
1. Ein Romantiker!!
2. Nö, habs nur satt, sie jeden Abend an zu schieben.

Dämmlack

Am Telefon. Sassi.
Ja, ich möchte einen Einbruch melden und einen Diebstahl. Jemand hat mein Auto aufgebrochen. -
Ob was fehlt? Sicher, im Motorraum. Der Verteiler war ab und da drin ist sonst ein Teil und das fehlt. Jetzt springt er nicht mehr an. -
Läufer? Na, wenigstens gut, dass man dafür einen Namen hat, ich begreifs einfach nicht, wie jemand sowas machen kann. Keine Worte - ist wahrscheinlich nicht mal teuer, ging vielleicht nur dadrum mir zu zeigen, dass es geht oder was? Einfach mein Auto lahmlegen. -
Was? Na, für den Preis kriegen Sie bei mir nen Café Latte mit Apfelkuchen. Und dafür begeht jemand ein Verbrechen?! -
Der Wagentyp? Meiner. -
Ja, Fabrikat. Peugeot, Cabrio, wird 20 Jahre alt. Wir sind im 7. Jahr zusammen ohne Stress, immer isser da, wenn ich ihn brauche und er ist so einfach und pflegeleicht. Er sagt mir immer, wenn er mal genug hat, dann spuckt und ruckelt er, dann bekommt er ne Wäsche mit Polierzeuch und dann ist alles wieder gut ... -
Ich heul ja gar nich, dafür gehe ich ja auch in ... und nun ist er kaputt. -
Geringfügiger Schaden? Ich fass es nicht! So ein altes Wägelchen sabotieren! Das iss, als wenn jemand ner alten Oma eins überbrät, nur um ihr die Pfandflaschen aus der Einkaufstasche zu klaun. -
Mir egal. Wenn einer sich an meinem Peugeot vergreift, da fühl ich mich persönlich verletzt. -
Ja, sicher: Anzeige. Bin den ganzen Tach hier. Wo soll ich auch hin, ohne mein Peugeot ...

Montag, 14. Februar 2011

Nervensträ/enge

Sassi liefert einen Kaffee aus: Wusstest du, dass jemand der Geräuschempfindlichkeiten hat und vorher eine GehirnOP, dass es dem passieren kann, dass wenn der Weisheitszahn wackelt, ihm die Backe anschwillt, wenn durch zu viel Krach der Nerv gereizt wird? Da ist wohl so ein Nervenstrang, der läuft daaaa so rum, verzweigt sich dreifach, einmal am Ohr runter, dann bis in den Kiefer und über einen weiteren Zweig über das Auge. Irgendwas habe ich da jetzt vergessen ...

Sonntag, 13. Februar 2011

Die Würstchennummer

1. Also, stell dir vor, da ist diese geile Schlange, die du schon immer
wolltest ...
2. Hemm? (betrachtet die Zigarre)
1. ... in der Vorstellung, Mann, in der Vorstellung!
2. Vorstellung, achso!
1. Und du bist mit ihr im Bett.
2. Sag mal, willst du mir den Begriff "Fiktion" erklären?
1. Hör doch mal zu!
2. (Raucht, verschränkt die Arme, raucht) tue ich, tue ich.
1. Und während du mit diesem Sexmonster im Bett bist, erzählt sie dir,
warum sie dich will.
2. (mit erwachender Aufmerksamkeit) M-hm.
1. Da wäre nämlich, sagt sie, in ihrem Fitnessstudio dieser Muskelmann,
der mit den Sixpacks vom Hals bis zu den Oberschenkeln, dieser andere
aus dem angegliederten Dojo, der auf die Machospiele steht, der dritte,
der sie zwei Stunden lang bearbeitet, dass sie hinterher nicht mehr
laufen ...
Sassi geht vorbei: nochn Wunsch?
2. Absolut, ja.
1. Und wie!
Sassi: Und was?
2. Ja, was?
(keine Antwort) Sassi entscheidet selbst, zwei Kaffee wären wohl
passend.
2. Tja, also diese Hardcoreschnecke ...
1. Ja.
2. Ja, was?
1. Also, diese scharfe Maus hat den ganzen Stall schon durch, und da
reihen sich die Paradehengste an Zuchtstiere und Business-ego-Bullen.
Und das alles erzählt sie dir, wo? -- Im Bett! kannst du mir folgen?
2. Hab das Gefühl, mir steckt gerade jemand eine Fahrradklammer auf die
Teile, wozu erzählstn das? Hast du heute Nacht schlecht geträumt? Diese
Kaggö?
1. Iss passiert. Da haste mächtich zu kauen an der Frage: WARUM geht
die jetzt nochmal mit mir ins Bett?
2. Vielleicht fehlte ihr in der Vitrine noch die Würstchennummer.
1. Ist immer wieder erhellend, mit dir über Soziologie zu plaudern.
2. Sassi! Bleibt mein Kaffee ...?

Freitag, 11. Februar 2011

Das neue Männermodell (Stühlchenhocker classics)

Saskia putzt: Die Herren noch einen Tee?
2: Tee? Warum nicht? Will mal hoffen, die werden nicht aus Beuteln gewonnen.
Saskia: Was gibt’s schon wieder zu motzen?
1: Der Tee war einwandfrei. Ich hätte noch gerne einen. Mit viel Liebe zubereitet. Du weißt schon. Für deine besten Gäste.
Saskia geht.
2: Spinnst du jetzt völlig? Was war DAS denn?
1: Freundlichkeit im Alltagsleben.
2: Ist das wieder aus so einem schlauen Wie-werde-ich-glücklich-in-vierzig-Tagen-Buch?
1: Also, um der Ehre die Wahrheit ...
2: Das könnte man aber auch mißverstehen, du. Ein Unbeteiligter könnte auf die Idee kommen, daß du dich bei den Frauen einzuschmeicheln versuchst. Ja, das Alter! Ist bedrohlich, oder(?), wenn man zu solchen Maßnahmen greifen muß.
1: Also, um der Wahrheit die Ehre zu geben ...
2: Und diese Machosprüche vom Eastwood, die kannst du dir grad schenken. Jemand, der sich so an eine Frau herandient ... Das ist ja fast schon ehrenrührig. Bitter, einen Mann so vor die Hunde gehen zu sehen.
1: Um der Wahrheit also die Ehre zu geben, war der Tee einwandfrei.
2: Bitter und trübe. Ich weiß nicht, wie die den da in ihrer Küche braut, vermutlich hat die dort drin ein Sortiment von Beutelostfriesen stehen, seit zwanzig Jahren offen im Dunst.
1: Piano, Collega! Bistn heute so aufgekratzt?
2: Das war hier mal ein richtiger Männertisch.
1: Und?
2: Allmählich kommt hier so eine senile Diensteifrigkeit auf, die ist echt unerträglich.
1: Meinsten damit?
2: Hier, die Zigarren. Nur zum Beispiel. Hasten da fürn Shaize eingekauft! Frauenformat. Unrauchbar.
1: Finde sie zum Frühstück okay. Aromatisch, fest gewickelt ...
2: Frauenformat. Als Mann kann ich das nur mit Widerwillen in die Hand nehmen.
1: Der Saskia gefällt sie.
2: Das ist genau mein Punkt.
1: Mal ehrlich, die Zigarre ist okay. Nur daß sie der Sassi gefällt, nervt dich?
2: Die braucht sich nur ausdauernd genug über den Qualm zu beschweren, schon gibt der lolitageile Sesselfurzer seine Torpedos auf. Als nächstes hängst du das Rad an den Nagel und legst dir einen Kombi-Van zu.
1: Dann kommt das regelmäßige Zähneputzen und der Mann ist im Arsch.
2: Zähneputzen kann man schon mal machen, ohne gleich blöd aufzufallen. Aber ich würde ja nie einer Frau zuliebe die Zahnpastensorte wechseln.
1: Du bist eben ein richtiger Mann.
2: Ich lasse mir jedenfalls nicht mit einem Wink von einem kurzen Röckchen gleich einen Ring um die guten Teile klemmen.
1: Kann auch sehr erotisch sein.
2: Wußte ichs doch!
1: Was?
2: Die hat dich weichgekocht. Ich weiß nicht, welche, aber sie hats geschafft. Alles, was hier vorher war, war nur Fassade. Die erste Kleine, und der rennt mit fliegenden Fahnen über. Und die Freunde werden sofort aufgegeben.
Saskia kehrt mit zwei Tassen Tee zurück.
1: Danke, Sassi, der sieht ja hervorragend aus.
2 schweigt pikiert.
Saskia schüttelt ihr Röckchen und geht. 2 guckt demonstrativ nicht hin.
1: Weißt du, wo dieses Zigarrenformat entwickelt wurde?
2: Welches Format?
1: Das du da rauchst.
2: Kommt aus Domrep.
1: Joop. Auf dem Gut Heimendahl am Niederrhein. Bei einer Zigarrenverkostung. Nennt sich Chinchin. Mittlerweile so erfolgreich, daß es in der ganzen Welt geraucht wird. Die hier sind vom Dominique.
2 etwas lustlos: Aha?
1: Durch die eigene Form werden die schon mal falsch herum angezündet.
2: Ach, darauf läuft das Gespräch hier hinaus??
1: Tja, mein Lieber, und wenn man die falsch anzündet, dann rebelt sich das Deckblatt auf.
2: Weiß ich, Klugscheißer!
1: Und dann fällt einem zuweilen der Tabakbrösel runter.
2: Kann ich jetzt auch nicht mehr ändern.
1: Und wenn eine Tasse Tee drunter steht, dann fällt der Brösel auch schon mal da rein.
2 wird nervös. Ein Blick in die vorherige Tasse bestätigt den aufkeimenden Verdacht.
2: Warum hast du das denn nicht gleich gesagt? Ich versaue der Sassi hier den Tee ...
1: Den liebevoll zubereiteten, ausgesuchten Darjeeling ...
2: ... und du läßt mich so ins Messer laufen! Ich mache der Frechheiten für meine eigene Ungeschicklichkeit, und du läßt mich seelenruhig ins Messer laufen?
1: Ein richtiger Mann entschuldigt sich nicht.
2: Wofür auch?
1: Daß ich dich nicht gewarnt habe. Aber du warst eben in Fahrt.
2: Stimmt. Ein Mann kann sowas verstehen, aber die Frauen?
1: Keine Sorge. Die Frauen können gelegentliche Korrekturen ihrer Arbeit ab. Das bestätigt unsere allgemeine Wertschätzung als Mann. Erzieherische Pflichten und so ...
2: Au, Mann, bin ich da ins Näpfchen getreten!
1: Untopp! (lacht)
2 (dreht sich zu Sassi um): Saskia, dein Tee ist erste Sahne. Kann man besser nicht hinkriegen. Das ist genau ...
1: Reicht jetzt. Die Leute gucken sich schon nach uns um. Unser Ruf, Mann!
2: Ist eh hin. Ich mußte vorhin in Annettes Kombi fahren. Rad war kaputt.
1: Das ist hart. Und erklärt einiges.
2: Aber Bond fährt ja auch schon mal im Focus.
1: In schwachen Momenten.
2: Hast du noch eine von den kleinen, stupsigen Zigarren?
1: Die Chinchin? Aber ja.

Für einen Milchkaffee (Stühlchenhocker classics)

2: Sassi, bleibt mein Kaffee?
1: Dammicht, diese Mexikanerin schmeckt wie Kameldung.
2: Ich wollt ja nichts sagen, aber das ist genau mein Eindruck. Das Ding hier ist echt unrauchbar. Wenn ich nicht bald einen Kaffee bekomme, dann brennt mir der Prügel ein Loch ins Zäpfchen.
1: Manche entwickeln sich erst nach ein paar Zügen. Die kann man dann gut zu Ende paffen, sobald die Geschmacksnerven mal am Arsch sind.
2: Also, bei dem Teil hier ist es so weit. Die sind seit einer halben Stunde am Arsch. Aber das Röllchen hier ist immer noch striktamente unrauchbar.
1: Sa-ssssiiii! Erste Hilfe!
2: Kenner do. Wenn man die Mädels emo braucht ...
1: Dann sitzt man da in seinem Leid. Und schmort.
2: Muß ich dem Dominique sagen. Die muß der sofort aus dem Sortiment nehmen. Am besten schreibt man ans Handelsministerium. Daß sie den Import gleich ganz stoppen. EU weit. Sowas gehört zu den Aufgaben vom Grenzschutz.
1: Vielleicht haben wir die falsch herum angeraucht.
2: Hab auch schon überlegt. Aber das Deckblatt stimmt.
1: HAT die überhaupt ein Deckblatt?
2: Meinst du, das könnte vielleicht Plastik sein?
1: Daß die noch eingeschweißt wäre? Das wär ja ein Ding!
2: Das würde zumindest einen Teil ihres Geschmacks erklären helfen.
1: Sassi? Ist denn die?
2: Ruf doch gleich nachm Notarzt!
1: Guter Einfall. Vielleicht ist der sogar zufällig hinten in der Küche.
2: Das würd auch erklären, wo sich die Sassi rumtreibt. Die Frauen stehen ja auf Mediziner.
1: Geld, mein Lieber. Sie stehen auf Kohle.
2: Durchweg. Das ist auch der Grund, warum Männer diesen ganzen Lifestyle-Protzmist praktizieren. Die arbeiten die weibliche Wunschlage stellvertretend ab.
1: Oh! DESHALB sind wir rund um die Uhr nur am schuften?
2: Du sagst es, mein Lieber! Absolut. Jedenfalls diejenigen, die das Prinzip nicht durchschauen.
1: Yeah, das leuchtet ein. Vielleicht hat das auch entfernt damit zu tun, daß wir hier ohne Ladies hocken.
2: Fehlende Kohle?
1: Nope. Die mangelnde Bereitschaft, sich dafür voll und ganz ins Zeug zu werfen.
2: Ab-so-lut! Saskia! Aiuto! Dove stas?
1: Wir könnten ja damit aufhören.
2: Ich hab vor langem damit aufgehört. Was meinsten du?
1: Mit den Mexikanern. Doch nicht mit den Frauen.
2: Das ist die Idee.
1: Andererseits ...
2: Die Frauen. Das ist die Idee, nicht die Zigarren. Ein Mann darf vor sowas nicht zurück schrecken.
1: Jo, irgendein Feld muß Mann ja haben, auf dem er sich beweisen kann. Ich meine, den Frauen beweisen, daß er zu allem bereit und fähig ist - für sie. Sogar zu so einem Stumpen.
2: Also, ich verfolge gerade den Gedanken, ob es nicht sinnvoll wäre, das Konzept der Frau komplett zu verwerfen.
1: Verwerfen?
2: Jo, alleine bleiben, glücklich sein, no maams club.
1: Wie weit bist du in der Theorie? Grundlagenbetrachtungen?
2: Etwa an dem Punkt, wo Einstein 1918 war.
1: Apropos - Gewußt, daß es einen Single-Malt mit Namen Bundy gibt?
2: Sasssssiiiii! Bleibt mein Bier? Ich meine Kaffee.
1: Echt, ne total verkackte Zigarre. Das wäre was für den Mann mit der Hand im Hosenbund.
2: Im Internet diskutieren sie diesen Spruch vom Al Bundy, wo er die amerikanische Unabhängigkeit auf Kaffee und Bier zurück führt.
1: Kaffee und Bier? Coffee and Cigarettes kenne ich. Hat aber mitem Bundy nix zu ...
2: Er sagt, Amerika hätte sich nicht durch Wahlen von England losgesagt, sondern indem sie den beschissenen Tee in den Müll geworfen hätten und anständigen Kaffee stattdessen getrunken. Und statt Wein hätten sie eiskaltes Bier.
1: Absolut männlich, die Ansicht. Nur ist gegenwärtig weder Tee noch Kaffee da.
2: Noch Frauen.
1: Die einzig gute Szene von Coffee and Cigarettes ist die, wo Tom Waits mit ... wie heißter?
2: Iggy Pop.
1: Jo.
2: The Godfather of Punk.
1: Punk ist Dreck oder sowas in der Art?
2: Heißt, glaube ich, wörtlich armselig.
1: Dabei kommt mir die Zigarre in den Sinn. Die beste, die ich je geraucht habe, war eine mexikanische.
2: Ah?
1: Und die schlechteste offensichtlich auch.
2: Was war die beste Szene in dem Film?
1: Wo sie sich das Rauchen abgewöhnen wollen ...
2: Ah! Klar.
Saskia taucht am Tisch auf, wedelt mit der Hand vor ihrem Gesicht und hustet beim Reden: Jungs, könnt ihr nicht draußen eure Socken toasten?
1 legt instinktiv die Zigarre in den Ascher. 2 tut es ihm nach. Die Schwaden legen sich allmählich. Saskia öffnet die Tür.
1: In den Artillerieschlachten achtzehn-neunzehn-Hundert, wo sie noch mit Schwarzpulver geballert haben ...
2: Machst du mir maln Kaffee, Sassi?
Saskia: Klar, sobald ich den Weg zur Maschine finde.
1: Ich dachte, du hättest das Prinzip Frau verworfen?
2: Theoretisch, mein Lieber, theoretisch!
1: Oh, ja. Praktisch hast du ihr gerade den Wunsch von den Augen abgelesen.
2: Welchen Wunsch?
1: Eine total abgestürzte Zigarre aufgegeben. Die unverzichtbare männliche Bitterkeit sozusagen gewaltsam erstickt. Und das ganze Opfer nur für eine Frau. Ob die Mädels so viel brachiales Entgegenkommen überhaupt zu schätzen wissen?
2: Vermutlich nicht. Die stecken doch alle in ihrer Prinzessinnen-Phantasie fest.
1: Vielleicht ist es auch falsch, sie gleich so mit seiner ganzen aufgestauten Liebe und Hingabe zu überschütten. Und alles nur für ein flüchtiges Lächeln.
2: Für einen Milchkaffee. Jetzt bleib mal aufm Teppich!

Fatal

1. Hast du inzwischen raus bekommen, wozu das Leben gut sein soll?
2. (lässt seine Maduro fallen) Ich dachte, du wüsstest das??
1. Au, Backe!